2 Elektrochemische (Galvanische) Zellen
Galvanische Zelle = Zelle, die als elektrische Stromquelle dient.
2.1 Daniell-Element
Beim Daniell-Element handelt es sich um eine historisch bedeutsame galvanische Zelle und dient im Schulunterricht häufig als Einstieg zum Thema "Galvanische Zellen". Dieses Element besteht aus einer Zink- und einer Kupferhalbzelle:

Auswertung des Versuchs:
Im „Außenkreis“ fließen Elektronen (z.B. durch einen Motor oder einem Spannungsmesser/Voltmeter nachgewiesen). Im Becherglas a ging eine bestimmte Stoffmenge Zink in Lösung:
Zn (s) → Zn²⁺(aq) + 2 e⁻
Metallisches Zink löst sich unter Ionenbildung und stellt dabei pro gebildetes Ion 2 Elektronen zur Verfügung.
Im Becherglas b wird eine bestimmte Stoffmenge Kupfer gebildet:
Cu²⁺(aq) + 2 e⁻ → Cu (s)
Zusammenfassung:
Die Elektronen, die durch Lösen des Zinks entstehen, fließen also durch den Draht zum Kupferstab. Dort entladen sie die Cu²⁺-Ionen in der Umgebung des Kupferstabes.
Gesamtreaktion:
Zn (s) + Cu²⁺(aq) → Zn²⁺(aq) + Cu(s)
Oxidation: Zn → Zn²⁺(aq) + 2 e⁻
Reduktion: Cu²⁺(aq) + 2 e⁻ → Cu
--------------------------------------------------------------------------------------
Redox: Zn (s) + Cu²⁺(aq) → Zn²⁺(aq) + Cu (s)
Teilchenglg: Zn (s) + Cu²⁺(aq) + SO₄²⁻(aq) → Zn²⁺(aq) + SO₄²⁻(aq) + Cu (s)
Rktgl mit Verhältnisformeln: Zn (s) + CuSO₄ (aq) → ZnSO₄ (aq) + Cu (s)

Hinweis: poröse Trennwand verhindert die Vermischung.
Wenn Cu²⁺-Ionen in Kontakt mit der Zink-Elektrode in Kontakt käme, würden die Elektronen direkt übertragen ⇨ kein Stromfluss
Das Daniell-Element mit allen ablaufenden Vorgängen

Elektrolyt = Leiter 2. Klasse (leitet den Strom durch Ionenwanderung).
Weitere galvanische Elemente
vgl. dazu Arbeitsblatt und Praktikum. Ergebnis der Spannungsmessung unterschiedlicher galvanischen Elemente kann aus folgender Abbildung entnommen werden:

Hier sind unterschiedliche Halbzellen dargestellt. Ganz oben das Daniell-Element (Hinweis: Die Spannungsangaben beruhen auf den Experimenten; sie sind noch keine Standardelektrodenpotentiale). Darunter ein galvanisches Element, welches aus einer Zink- und einer Silberhalbzelle besteht. Das dritte galvanische Element besteht aus einer Kupfer- und einer Silberhalbzelle. Diese Abbildung soll die Zusammenhänge der Halbzellen und den messenden Spannungen erläutern.
1.4 Weitere (komplexere) Redoxreaktionen
Die Redoxreaktionen sind nicht immer ganz so einfach. Hier zunächst ein Beispiel:
Aufgabe: Schaut, welche Redox-Paare in eurer Tabelle (siehe Moodle) vorhanden sind.
Beispiel 1: Reaktion von Kaliumdichromat mit Eisen(II)-Sulfat
Teilchen: Kaliumdichromat: 2 K¹⁺ Cr₂O₇²⁻
Eisen(II)-sulfat: Fe²⁺ SO₄²⁻
Oxidation: Fe²⁺ → Fe³⁺ + e⁻ | x 6
Reduktion: Cr₂O₇²⁻ + 14 H₃O⁺ + 6 e⁻ → 2 Cr³⁺ + 21 H₂O
Redox: Cr₂O₇²⁻ + 14 H₃O⁺ + 6 Fe²⁺ → Fe³⁺ + 2 Cr³⁺ + 21 H₂O
Rktgl: 6 FeSO₄ (aq) + K₂Cr₂O₇ (aq) + 7 H₂SO₄ (aq) → 3 Fe₂(SO₄)₃ (aq) + Cr₂(SO₄)₃ (aq) + K₂SO₄ (aq) + 7 H₂O (l)
Beispiel 2: „Cl-Gas kann im Labor gewonnen werden, indem man Kaliumdichromat mit Salzsäure reagieren lässt. Der Ansatz für die Reaktionsgleichung lautet:
__ Cr₂O₇²⁻ + __H₃O⁺ + __ Cl⁻ → ___Cr³⁺ + __Cl₂ + __ H₂O
Richten Sie die Redoxgleichung ein. Formulieren Sie dazu die Teilgleichungen mit Oxidationszahlen.
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Oxidation: 2 Cl⁻ → Cl₂ + 2 e⁻ | x 3
Reduktion: Cr₂O₇²⁻ + 14 H₃O⁺ + 6 e⁻ → 2 Cr³⁺ + 21 H₂O
Redox: Cr₂O₇²⁻ + 14 H₃O⁺ + 6 Cl⁻ → 3 Cl₂ + 2 Cr³⁺ + 21 H₂O
{/sliders}
Aufgabe 1: Geben Sie in den nachfolgenden Formeln die Oxidationszahlen aller Atome an:
(vgl. Tafelanschrieb)

Aufgabe 2: Auf konzentrierte Kaliumpermangantlösung (KMnO₄) lässt man konzentrierte Salzsäure (HCl) einwirken. Bei dieser Reaktion entsteht u.a. Chlorgas und Mangan(II)-chlorid.
Vervollständigen Sie die folgenden Gleichungen für die obige Redoxreaktion (Vereinfacht wird statt H₃O⁺ H⁺ formuliert).
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__ Cl⁻ + __ MnO₄¹⁻ + __ H⁺ → __ Cl₂ + __ Mn²⁺ + __ H₂O
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{/sliders}
1.3 Stellung des Redoxpaares ( ½ H₂/H⁺ + 1 e⁻) in der Redoxreihe
Siehe Arbeitsblatt zu den Experimenten:
1) zu 10 ml 1 M Salzsäure (H₃O⁺(aq) und Cl⁻ (aq)) wird ein Zinkblech gegeben;
Beobachtung: Es entsteht ein Gas, das Zinkblech "verschwindet" nach einiger Zeit.
Erkläre diese Beobachtung (am besten mit Reaktionsgleichungen)
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Gas = Wasserstoff (H₂);
"Verschwinden" = Zink gibt zwei Elektronen ab, wird zu einem Ion und löst sich dann auf (Hydrathülle).
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2) zu 10 ml 1 M Salzsäure (H₃O⁺(aq) und Cl⁻ (aq)) wird ein Fe-Nagel gegeben;
Es entsteht ein Gase, der Eisennagel verschwindet nach einiger Zeit."
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Gas = Wasserstoff (H₂);
"Verschwinden" = Eisen gibt zwei Elektronen ab, wird zu einem Ion und löst sich dann auf (Hydrathülle).
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3) zu 10 ml 1 M Salzsäure (H₃O⁺(aq) und Cl⁻ (aq)) wird ein Kupferblech gegeben
Keine Veränderung; Setze das Wasserstoff-Redoxpaar in die richtige Stelle der Redoxreihe.
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Ergebnis (Redoxreihe): Da die verdünnte Salzsäure nicht mit Kupfer reagiert, steht das Redoxpaar (1/2 H₂ / H⁺+ 1 e⁻) zwischen Eisen und Kupfer.
Merke: Die Metalle, die mit Oxonium-Ionen (Hydronium-Ionen) in einer Redoxreaktion reagieren sind „unedel“.
„Edle“ Metalle (u.a. Kupfer, Silber, Gold) stehen in der Redoxreihe unterhalb diesem Redoxpaar ( ½ H₂/H⁺ + 1 e⁻) und reagieren nicht mit den Oxonium-Ionen unter Wasserstoffbildung.
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Wiederholung: Oxidationszahl und Redoxreaktionen mit Molekülen
Oxidationszahl
Def.: Die Oxidationszahl gibt an, welche Ladung ein Atom in einem Molekül oder in einem anderen Teilchen hätte, wenn alle am Aufbau des Teilchens beteiligten Atome in Form von Ionen vorlägen.
Die sich für die Atome in der Verbindung ergebenden formalen Ladungszahlen nennt man Oxidationszahlen. Zur Unterscheidung von Ionenladungen werden sie als römische Zahlen an die Elementsymbole geschrieben.
Ermittlung der Oxidationszahl
- Schritt: Strukturformel erstellen.
- Schritt: Ermittlung der Elektronegativität aller Elemente.
- Schritt: Bindungselektronen werden formal dem elektronegativeren Bindungspartner zugeteilt. Besitzen die Bindungspartner die gleiche Elektronegativität erhalten sie je die Hälfte der Bindungselektronen.
- Schritt: Vergleicht man die Elektronenzahl eines Atoms, die man aus Schritt 3 erhält mit der Elektronenzahl im elementaren Zustand (= Hauptgruppennummer im PSE), so erhält man die Oxidationszahl.
Bsp.: Wasser
Oxidationszahl = Hauptgruppennummer – Elektronenzahl unter Berücksichtigung der EN
Oxidationszahl(O) = 6 - 8 = - 2 = - II
Oxidationszahl(H) = 1 - 0 = +1 = +I
5. Schritt: Kontrolle: Summe der Oxidationszahlen:
a) bei Molekülen = 0
b) bei Ionen = Ionenladungszahl
Hinweis: Die Oxidationszahl für C bei CO2 müsste natürlich +IV sein.

Faustregel:
Achtung, es gibt Faustregeln, die aber immer wieder zu Fehlern (häufig auch Leichtsinnsfehlern) verleiten. Deshalb rate ich von diesen Faustregeln ebenso ab wie vom Überschlagen im Kopf, sofern man eine Strukturformel erstellen und die Oxidationszahlen darüber bestimmen kann. Bei komplexeren, anorganischen Molekülen helfen dann die folgenden Faustformeln:
- Fluor immer: –I
- Wasserstoff: +I
- Sauerstoff: -II
- Halogene: -I (sofern nicht mit Sauerstoff oder einem elektronegativeren Halogen verbunden sind)
- Metalle meist positiv
Alkalimetalle +I
Erdalkalimetalle +II
Übungen:
Mit Hilfe der Oxidationszahl lassen sich die Begriffe Oxidation und Reduktion neu fassen:
Oxidation: (Elektronenabgabe) bedeutet eine Erhöhung der Oxidationszahl.
Reduktion: (Elektronenaufnahme) bedeutet eine Erniedrigung der Oxidationszahl.
Redoxreaktionen: sind Vorgänge bei denen sich die Oxidationszahlen der beteiligten Atomarten ändern.
a) Vollständige Verbrennung von Kohlenstoff
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Hinweis: Die Oxidationszahl für C bei CO2 müsste natürlich +IV sein. ![]()
Kohlenstoff Sauerstoff Kohlenstoff(IV)-dioxid
Kohlenstoff wird oxidiert, Sauerstoff wird reduziert.
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b) Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff
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Wasserstoff Sauerstoff Wasser
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Aufgaben
a) Formuliere die Reaktion von Wasserstoff mit Stickstoff zu Ammoniak (NH₃)
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3 H₂ + N₂ → 2 NH₃ ΔH < 0
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b) Formuliere die Reaktion von Schwefel mit Sauerstoff zu Schwefeldioxid (SO₂) ⇨ ohne Lewis- bzw. Strukturformeln; dafür mit Faustformeln (vgl. oben):
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{/sliders}




