Alkane
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01.1 Methan
Was du auf dieser Seite lernst
Methan (CH₄) ist das einfachste Alkan und gleichzeitig der Einstieg in die Organische Chemie. Du lernst, wie man über die qualitative Elementaranalyse auf die Summenformel schließt, wie die Strukturformel und der Bindungswinkel aussehen, und warum die Verbrennung von Methan eine Redoxreaktion ist.
Grundlagen aus der 9. Klasse
Lewis-Formeln, Atombindung und Oxidationszahlen hast du in der 9. Klasse kennengelernt: → Lewis-Formeln (Kl. 9) · → Oxidationszahlen (Kl. 9)
1.1.1 Vorkommen
Methan kommt vor in: Erdgas, Sumpfgas, Biogas, Grubengas.
1.1.2 Eigenschaften
- farb- und geruchloses Gas
- geringere Dichte als Luft
- brennbar
1.1.3 Ermittlung der Summenformel (Molekülformel) und Strukturformel
a) Qualitative Analyse (Elementaranalyse)
Hierfür wird der zu untersuchende Stoff verbrannt und die Verbrennungsprodukte bestimmt.
Bildet sich Wasser, ist Wasserstoff als Element vorhanden.
Kohlenstoff lässt sich als Ruß (unvollständige Verbrennung) oder als Kohlenstoffdioxid nachweisen. Der CO₂-Nachweis erfolgt mit der Kalkwasserprobe: Das entstandene Gas wird in Kalkwasser eingeleitet – eine Trübung zeigt CO₂ an.↑ Zum Vergrößern klicken
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- Nachweis von Wasserstoff → Bildung von Wasser → WaTesMo-Papier oder wasserfreies Kupfersulfat.
- Nachweis von C → Bildung von CO2 → Nachweis als CaCO3:
Ca(OH)2 (aq) + CO2 (g) → CaCO3 (s) + H2O (l)
Die Verbrennungsprodukte (Wasser, Kohlenstoffdioxid) zeigen, dass Methan Kohlenstoff, Wasserstoff und eventuell Sauerstoff enthält.
b) Bestimmung der molaren Masse
Mit der Gaswägung lässt sich die molare Masse von Methan bestimmen: M(Methan) = 16 g/mol · Molekülmasse 16 u.c) Summenformel: CH4
d) Strukturformel
Man zeichnet Methan meist mit einem Winkel von 90°. Dieser Winkel entspricht nicht dem tatsächlichen Bindungswinkel (vgl. unten). Man kann sich aber vorstellen, dass man direkt auf das Molekül blickt.↑ Zum Vergrößern klicken
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Tetraedrische Anordnung der Wasserstoffatome um das Kohlenstoffatom (Bindungswinkel 109,5°). Erklärung: größtmögliche Entfernung der Wasserstoffatome.
1.1.4 Vollständige Verbrennung
0 −IV +I +IV −II +I −II
2 O2 + CH4 → CO2 + 2 H2O ΔH = −888 kJ/mol↑ Zum Vergrößern klicken
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Hinweis: Wenn die Ermittlung der Oxidationszahlen Schwierigkeiten macht, kann man es hier nochmals nachlesen.
1 l Methan benötigt zur vollständigen Verbrennung 10 Liter Luft (2 l Sauerstoff).
Auf einen Blick – Methan
Summenformel
Methan: CH₄ · molare Masse 16 g/mol · einfachstes Alkan · allg. Formel der Alkane: CₙH₂ₙ₊₂ (hier n = 1).
Tetraeder
Die vier H-Atome ordnen sich tetraedrisch um das C-Atom an. Bindungswinkel: 109,5° (größtmögliche Abstoßung der Bindungselektronenpaare).
Elementaranalyse
Verbrennung → H₂O (Wassernachweis: WaTesMo) + CO₂ (Kalkwasserprobe: Trübung durch CaCO₃) → Methan enthält C und H.
Verbrennung
CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O · ΔH = −888 kJ/mol (exotherm). C wird von −IV auf +IV oxidiert; O von 0 auf −II reduziert.
Häufige Fragen – Methan
Wie weist man experimentell nach, dass Methan Kohlenstoff und Wasserstoff enthält?
Methan wird vollständig verbrannt. Die entstehenden Gase und Dämpfe werden durch zwei Nachweisreagenzien geleitet: Wassernachweis mit wasserfreiem Kupfersulfat (wird blau) oder WaTesMo-Papier (Blaufärbung zeigt Wasser an) → Methan enthält Wasserstoff. CO₂-Nachweis mit Kalkwasser Ca(OH)₂: Trübung durch CaCO₃-Bildung → Methan enthält Kohlenstoff.
Warum ist der Bindungswinkel in Methan 109,5° und nicht 90°?
Die vier bindenden Elektronenpaare stoßen sich gemäß dem VSEPR-Modell (Valence Shell Electron Pair Repulsion) so weit wie möglich ab. Maximale Abstoßung ergibt eine tetraedrische Anordnung mit einem Bindungswinkel von 109,5°. In der vereinfachten Strukturformel zeichnet man 90°-Winkel, weil man so tut, als würde man von oben auf das Molekül blicken.
Warum ist die Verbrennung von Methan eine Redoxreaktion?
Bei der Verbrennung ändert sich die Oxidationszahl des Kohlenstoffs von −IV (in CH₄) auf +IV (in CO₂) → Oxidation. Der Sauerstoff wird von 0 (O₂) auf −II (in CO₂ und H₂O) reduziert → Reduktion. Es findet also ein Elektronenübergang statt: Methan ist das Reduktionsmittel, Sauerstoff das Oxidationsmittel. → Oxidationszahlen (Kl. 9)
Was bedeutet ΔH = −888 kJ/mol bei der Verbrennung?
Das negative Vorzeichen zeigt, dass Energie abgegeben wird – die Reaktion ist exotherm. Pro Mol verbranntem Methan (= 16 g) werden 888 kJ Wärmeenergie freigesetzt. Das erklärt, warum Methan (Erdgas) als Energieträger zum Heizen und Kochen eingesetzt wird. Mehr zur Reaktionsenthalpie: → Enthalpie (Kursstufe)
Wo kommt Methan natürlich vor und warum ist es klimarelevant?
Methan kommt natürlich in Erdgas (Hauptbestandteil), Sumpfgas (Zersetzung organischer Stoffe unter Wasser), Biogas (Gärung) und Grubengas (Steinkohlebergbau) vor. Als Treibhausgas ist CH₄ etwa 25-mal klimawirksamer als CO₂ (bezogen auf 100 Jahre), weil es Infrarotstrahlung besonders effektiv absorbiert.
Lernkarten – Methan
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Gib Summenformel, molare Masse und Bindungswinkel von Methan an.
Summenformel: CH₄
Molare Masse: 16 g/mol
Bindungswinkel: 109,5° (Tetraeder)
Struktur: 4 H-Atome tetraedrisch um C2Wie weist man bei der Elementaranalyse Kohlenstoff und Wasserstoff nach?
H-Nachweis:
WaTesMo-Papier oder CuSO₄ (wasserfrei) → Blaufärbung = H₂O vorhanden
C-Nachweis:
Kalkwasser Ca(OH)₂ → Trübung = CO₂ vorhanden3Stelle die vollständige Verbrennungsgleichung von Methan auf.
CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O
ΔH = −888 kJ/mol (exotherm)
Kontrolle: C: 1=1 ✓ · H: 4=4 ✓ · O: 4=4 ✓4Welche Oxidationszahlen hat Kohlenstoff in CH₄ und in CO₂? Was folgt daraus?
CH₄: C hat Oxidationszahl −IV
CO₂: C hat Oxidationszahl +IV
→ Oxidationszahl steigt → C wird oxidiert
→ Methan = Reduktionsmittel5Wieviel Liter Luft benötigt 1 l Methan zur vollständigen Verbrennung, und warum?
10 Liter Luft (≈ 2 l O₂, da Luft ≈ 21 % O₂)
CH₄ + 2 O₂ → … · Stöchiometrie: 1 Vol. CH₄ : 2 Vol. O₂
Luft enthält ~20 % O₂ → 2 l O₂ stecken in 10 l LuftWeiter im Kapitel Alkane
← 1 Alkane – Übersicht → 1.4 Butan → 1.5 Homologe Reihe
🔁 Grundlagen (Kl. 9): Lewis-Formeln · Oxidationszahlen
📚 Vertiefung Kursstufe: Enthalpie ΔH -
01.4 Butan
Was du auf dieser Seite lernst
Butan (C₄H₁₀) ist das erste Alkan, das in zwei verschiedenen Strukturen vorkommt. Du lernst den zentralen Begriff der Konstitutionsisomerie kennen, verstehst warum n-Butan und Isobutan verschiedene Siedepunkte haben, und übst die Halbstrukturformel als platzsparende Schreibweise.
Grundlagen aus 1.1 Methan
Summenformel, Strukturformel und Lewis-Formel hast du am Beispiel Methan kennengelernt: → 1.1 Methan · → Lewis-Formeln (Kl. 9)
Hinweis: 1.2 Ethan und 1.3 Propan werden nur bei ausreichend Zeit besprochen. Da sie ähnlich aufgebaut sind, wird auf einen eigenen Heftaufschrieb verzichtet (vgl. 1.5 Homologe Reihe).
1.4.1 Vorkommen
Im Erdgas; fällt an bei der Benzingewinnung.
1.4.2 Eigenschaften
Farbloses Gas · größere Dichte als Luft · brennbar (Verbrennungsprodukte bei vollständiger Verbrennung: CO2 und H2O) · unter Druck leicht verflüssigbar.
1.4.3 Ermittlung der Summenformel und Strukturformel
a) Qualitative Analyse (Elementaranalyse)
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Die Verbrennungsprodukte (Wasser, Kohlenstoffdioxid) zeigen, dass Butan Kohlenstoff, Wasserstoff und eventuell Sauerstoff enthält.
b) Bau und Formeln
1. Molare Masse = 58,12 g/mol · Molekülmasse = 58,12 u
2. Summenformel: C4H103. Strukturformel – zwei Möglichkeiten:
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ZMK: nur Van-der-Waals-Kräfte. Bei n-Butan können sich die Moleküle dichter zusammenlagern → stärkere ZMK → etwas höhere Siedetemperatur als Isobutan.
Räumliche Strukturen im Kugelstabmodell (versuche, die Abbildungen n-Butan oder Isobutan zuzuordnen):
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Renderbild n-Butan als Kugelstabmodell:
Kalottenmodell von 2-Methylpropan (= Isobutan) – bei Kalottenmodellen wird die Raumfüllung der Atome sichtbar:
Da Strukturformeln bei größeren Molekülen zu aufwendig sind, nutzt man die Halbstrukturformel: Die Wasserstoffatome werden als Summe direkt hinter das jeweilige C-Atom geschrieben. Man ermittelt zunächst, wie viele Bindungen ein C-Atom bereits hat, und ergänzt H-Atome bis zur Vierbindigkeit. Hier am Beispiel Isobutan:
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1.4.4 Verwendung
Heizgas („blaue Gaskartuschen") · Kältemittel (Ersatz für FCKW) · Treibgas in Sprays · Feuerzeuggas (häufig zusammen mit Propan).
1.4.5 Isomerie
(isos (griech.) = gleich; meros (griech.) = Teil)
Definition – Konstitutionsisomerie
Verbindungen, deren Moleküle bei gleicher Summenformel unterschiedliche Strukturformeln besitzen, bezeichnet man als Isomere. Isomere unterscheiden sich vor allem in ihren physikalischen Eigenschaften (Schmelz- und Siedepunkt) und wenig in ihren chemischen Reaktionen.
1.4.6 Vollständige Verbrennung (Oxidation)
Wenn Butan vollständig verbrannt wird, entstehen ausschließlich Kohlenstoffdioxid und Wasser:
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Auf einen Blick – Butan
Summenformel
C4H10 · molare Masse 58,12 g/mol · stimmt mit der allg. Formel CₙH₂ₙ₊₂ überein (n = 4 → 4·2+2 = 10 H).
Konstitutionsisomerie
n-Butan (Sdp. −0,5 °C) und Isobutan = 2-Methylpropan (Sdp. −12 °C) haben die gleiche Summenformel C₄H₁₀, aber verschiedene Strukturformeln.
ZMK und Siedepunkt
Nur Van-der-Waals-Kräfte. n-Butan lagert sich dichter zusammen → stärkere ZMK → höherer Siedepunkt als das verzweigte Isobutan.
Halbstrukturformel
H-Atome als Summe hinter das C schreiben. n-Butan: CH₃–CH₂–CH₂–CH₃ · Isobutan: CH₃–CH(CH₃)–CH₃ · Vierbindigkeit von C muss stets erfüllt sein.
Häufige Fragen – Butan
Was versteht man unter Konstitutionsisomerie?
Konstitutionsisomere sind Verbindungen mit gleicher Summenformel, aber unterschiedlicher Verknüpfung der Atome. Bei C₄H₁₀ gibt es zwei Isomere: n-Butan (unverzweigte Kette) und 2-Methylpropan (Isobutan) (verzweigte Kette). Sie unterscheiden sich in physikalischen Eigenschaften wie dem Siedepunkt, kaum aber in chemischen Reaktionen. Mit steigender C-Zahl nimmt die Zahl möglicher Isomere stark zu (C₅: 3, C₁₀: 75).
Warum hat n-Butan einen höheren Siedepunkt als Isobutan?
Beide Isomere sind unpolar und besitzen nur Van-der-Waals-Kräfte als Wechselwirkung zwischen den Molekülen. Die gestreckte Kette von n-Butan ermöglicht eine größere Kontaktfläche zwischen benachbarten Molekülen als die kompaktere, kugelförmigere Gestalt von Isobutan. Größere Kontaktfläche → stärkere Van-der-Waals-Kräfte → höherer Siedepunkt (n-Butan: −0,5 °C; Isobutan: −12 °C).
Was ist der Unterschied zwischen Strukturformel, Halbstrukturformel und Summenformel?
Die Summenformel gibt nur die Anzahl der Atome an (C₄H₁₀), nicht deren Anordnung. Die Strukturformel zeigt alle Bindungsstriche explizit – anschaulich, aber bei großen Molekülen aufwendig. Die Halbstrukturformel ist ein Kompromiss: Das C-Gerüst wird ausgeschrieben, H-Atome werden als Anzahl hinter das jeweilige C-Atom gesetzt. Isobutan: CH₃–CH(CH₃)–CH₃ · n-Butan: CH₃–CH₂–CH₂–CH₃.
Wofür wird Butan im Alltag verwendet?
Butan wird wegen seiner leichten Verflüssigbarkeit unter Druck vielfältig eingesetzt: als Heizgas in Gaskartuschen beim Camping, als Kältemittel (FCKW-Ersatz in Kühlschränken), als Treibgas in Sprühdosen und als Feuerzeuggas (oft zusammen mit Propan).
Wie lautet die ausgeglichene Verbrennungsgleichung für n-Butan?
Vollständige Verbrennung:
2 C₄H₁₀ + 13 O₂ → 8 CO₂ + 10 H₂O
Kontrolle: C: 8 = 8 ✓ · H: 20 = 20 ✓ · O: 26 = 26 ✓
Die Reaktion ist stark exotherm – deshalb wird Butan als Brennstoff genutzt.Lernkarten – Butan
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Gib Summenformel und molare Masse von Butan an. Prüfe die allg. Alkan-Formel.
Summenformel: C₄H₁₀
Molare Masse: 58,12 g/mol
Formel CₙH₂ₙ₊₂ mit n=4: 2·4+2 = 10 H ✓2Was sind Konstitutionsisomere? Nenne die beiden C₄H₁₀-Isomere mit Siedepunkten.
Gleiche Summenformel, verschiedene Struktur:
n-Butan: unverzweigt · Sdp. −0,5 °C
2-Methylpropan (Isobutan): verzweigt · Sdp. −12 °C3Schreibe n-Butan und Isobutan als Halbstrukturformel.
n-Butan:
CH₃–CH₂–CH₂–CH₃
Isobutan (2-Methylpropan):
CH₃–CH(CH₃)–CH₃4Warum hat n-Butan einen höheren Siedepunkt als Isobutan, obwohl beide C₄H₁₀ sind?
Nur Van-der-Waals-Kräfte vorhanden.
n-Butan: gestreckte Kette → größere Kontaktfläche
→ stärkere VdW-Kräfte → höherer Siedepunkt
Isobutan: kompaktere Form → weniger Kontakt5Stelle die ausgeglichene Verbrennungsgleichung für n-Butan auf.
2 C₄H₁₀ + 13 O₂ → 8 CO₂ + 10 H₂O
Kontrolle:
C: 2·4 = 8 | 8·1 = 8 ✓
H: 2·10 = 20 | 10·2 = 20 ✓
O: 13·2 = 26 | 8·2+10 = 26 ✓Weiter im Kapitel Alkane
← 1.1 Methan → 1.5 Homologe Reihe → 1.6 Nomenklatur
🔁 Grundlagen: 1.1 Methan · Lewis-Formeln (Kl. 9)
📚 Vertiefung: Isomerie bei Alkenen · Isomerie (Kursstufe) -
01.5 Homologe Reihe der Alkane
Was du auf dieser Seite lernst
Die homologe Reihe der Alkane ordnet alle gesättigten Kohlenwasserstoffe nach ihrer Kettenlänge. Du lernst die allgemeine Formel CₙH₂ₙ₊₂, siehst wie sich Strukturformel, Halbstrukturformel und Aggregatzustand systematisch ändern – und verstehst, warum der Siedepunkt mit steigender Kettenlänge zunimmt.
Grundlagen aus 1.1 und 1.4
Strukturformeln, Halbstrukturformeln und Konstitutionsisomerie hast du bereits an Methan und Butan kennengelernt: → 1.1 Methan · → 1.4 Butan & Isomerie
(homo = gleich, logos = Stoff)
Allgemeine Summenformel der homologen Reihe:
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Definition – Homologe Reihe
Eine Reihe organischer Verbindungen, deren aufeinanderfolgende Glieder sich jeweils um eine bestimmte Atomgruppe – z. B. eine –CH₂– Gruppe – unterscheiden, nennt man homologe Reihe. Für Alkane gilt die allgemeine Summenformel CnH2n+2.
Wichtigste Eigenschaften aller Alkane:
- Brennbar (bei vollständiger Verbrennung entstehen CO2 und H2O)
- Dichte < 1 g/cm³ (leichter als Wasser)
- In Wasser unlöslich (nur Spuren); untereinander in jedem Verhältnis mischbar
Die homologe Reihe der Alkane (Übersicht)
Name Summenformel Strukturformel Halbstrukturformel Aggregatzustand Methan CH4 
CH4 gasförmig Ethan C2H6 
CH3–CH3 gasförmig Propan C3H8 
CH3–CH2–CH3 gasförmig n-Butan C4H10 
CH3–CH2–CH2–CH3 gasförmig n-Pentan C5H12 
CH3–(CH2)3–CH3 flüssig n-Hexan C6H14 
CH3–(CH2)4–CH3 flüssig n-Heptan C7H16 
CH3–(CH2)5–CH3 flüssig n-Octan C8H18 
CH3–(CH2)6–CH3 flüssig n-Nonan C9H20 
CH3–(CH2)7–CH3 flüssig n-Decan C10H22 
CH3–(CH2)8–CH3 flüssig n-Undecan C11H24 
CH3–(CH2)9–CH3 flüssig n-Dodecan C12H26 
CH3–(CH2)10–CH3 flüssig … (C₁₃ bis C₁₆ flüssig) n-Heptadecan C17H36 
CH3–(CH2)15–CH3 fest
Auf einen Blick – Homologe Reihe der Alkane
Allgemeine Formel
CₙH₂ₙ₊₂ – jedes folgende Glied enthält eine –CH₂–-Gruppe mehr als das vorherige. Das verbindet alle Alkane zur homologen Reihe.
Aggregatzustände
C₁–C₄: gasförmig · C₅–C₁₆: flüssig · ab C₁₇: fest. Der Siedepunkt steigt mit wachsender Kettenlänge gleichmäßig an.
ZMK und Siedepunkt
Zwischen Alkanen wirken nur Van-der-Waals-Kräfte. Längere Kette = größere Moleküloberfläche = stärkere VdW-Kräfte = höherer Siedepunkt.
Eigenschaften
Alle Alkane sind brennbar, unpolar, in Wasser unlöslich und besitzen eine Dichte < 1 g/cm³. Chemisch reagieren sie wegen starker Einfachbindungen kaum.
Häufige Fragen – Homologe Reihe der Alkane
Was ist eine homologe Reihe und was verbindet die Glieder?
Eine homologe Reihe ist eine Gruppe organischer Verbindungen, deren aufeinanderfolgende Glieder sich jeweils um eine –CH₂–-Gruppe unterscheiden. Alle Glieder haben die gleiche allgemeine Summenformel (CₙH₂ₙ₊₂ für Alkane), ähnliche chemische Eigenschaften und kontinuierlich variierende physikalische Eigenschaften (Siedepunkt, Dichte etc.).
Warum wechselt der Aggregatzustand von gasförmig über flüssig zu fest?
Mit steigender Kettenlänge wächst die Moleküloberfläche. Über diese Fläche wirken Van-der-Waals-Kräfte – je größer die Fläche, desto stärker die Anziehung zwischen den Molekülen. Ab einer bestimmten Kettenlänge reicht die Wärmeenergie bei Raumtemperatur nicht mehr aus, die Moleküle voneinander zu trennen: C₁–C₄ gasförmig · C₅–C₁₆ flüssig · ab C₁₇ fest. → Eigenschaften der Alkane
Wie leitet man die Halbstrukturformel eines Alkans aus der Summenformel ab?
Man schreibt das Kohlenstoffgerüst in einer Kette und ergänzt H-Atome so, dass jedes C-Atom vierwertig ist: Die beiden Endgruppen sind immer CH₃–, jede mittlere Gruppe ist –CH₂–. Beispiel n-Hexan (C₆H₁₄): CH₃–(CH₂)₄–CH₃. Die Klammernotation (CH₂)ₙ spart Schreibarbeit bei langen Ketten.
Warum sind Alkane in Wasser unlöslich?
Alkane sind unpolare Moleküle – es gibt keine Partialladungen und keine Wasserstoffbrückenbindungen. Wasser dagegen ist polar und bildet starke Wasserstoffbrücken zwischen seinen Molekülen. Ein unpolares Alkan könnte diese Netzstruktur nicht ersetzen, daher ist das Einbringen energetisch ungünstig – „similia similibus solvuntur" (Gleiches löst Gleiches). In anderen unpolaren Lösungsmitteln (Benzin, Ether) lösen sich Alkane dagegen gut.
Wie berechnet man die Summenformel eines Alkans für beliebiges n?
Mit der allgemeinen Formel CₙH₂ₙ₊₂: Einfach n einsetzen.
Beispiel n = 8 (Octan): C₈H₂·₈₊₂ = C₈H₁₈ ✓
Umgekehrt: Aus der Summenformel C₁₂H₂₆ folgt 2n+2 = 26 → n = 12 → Dodecan.
Kontrolle: Molare Masse = 12·12 + 26·1 = 170 g/mol.Lernkarten – Homologe Reihe der Alkane
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1Was ist die allgemeine Summenformel der Alkane? Worum unterscheiden sich je zwei aufeinanderfolgende Glieder?
Allg. Formel: CₙH₂ₙ₊₂
Aufeinanderfolgende Glieder unterscheiden sich um eine –CH₂–-Gruppe.
→ Deshalb heißen sie homologe Reihe.2Ab welcher Kettenlänge sind Alkane bei Raumtemperatur flüssig? Ab wann fest?
C₁–C₄: gasförmig
C₅–C₁₆: flüssig
ab C₁₇: fest
Ursache: stärkere Van-der-Waals-Kräfte mit wachsender Kettenlänge3Gib Name, Summenformel und Halbstrukturformel für das Alkan mit n = 5 an.
n = 5 → n-Pentan
Summenformel: C₅H₁₂
(2·5+2 = 12 H ✓)
Halbstrukturformel:
CH₃–CH₂–CH₂–CH₂–CH₃
oder CH₃–(CH₂)₃–CH₃4Warum steigt der Siedepunkt in der homologen Reihe der Alkane mit zunehmender Kettenlänge?
Längere Kette → größere Moleküloberfläche
→ stärkere Van-der-Waals-Kräfte
→ mehr Energie nötig zur Trennung der Moleküle
→ höherer Siedepunkt5Ein Alkan hat die Summenformel C₁₀H₂₂. Wie heißt es? Wie lautet die Halbstrukturformel? Welchen Aggregatzustand hat es bei Raumtemperatur?
C₁₀H₂₂ → n = 10 → n-Decan
Halbstrukturformel:
CH₃–(CH₂)₈–CH₃
Aggregatzustand: flüssig
(C₅–C₁₆ sind bei RT flüssig)Weiter im Kapitel Alkane
← 1.4 Butan → 1.6 Genfer Nomenklatur → 1.7 Eigenschaften
🔁 Grundlagen: 1.1 Methan · 1.4 Butan & Isomerie
📚 Vertiefung: 2.1 Ethen – Homologe Reihe der Alkene · Siedepunkte und ZMK (Carbonsäuren) -
01.6 Nomenklatur der Alkane
Was du auf dieser Seite lernst
Mit der Genfer Nomenklatur (IUPAC-System) kannst du verzweigte Alkane eindeutig benennen und aus einem Namen die Strukturformel ableiten. Du lernst die sieben Nomenklaturregeln Schritt für Schritt kennen und wendest sie an konkreten Beispielmolekülen an.
Grundlagen aus dem Alkane-Kapitel
Die homologe Reihe der Alkane und den Begriff des Alkylrests hast du bereits im vorherigen Abschnitt kennengelernt: → 1.5 Homologe Reihe der Alkane
1.6 Nomenklatur (Benennung) der Alkane
1.6.1 Homologe Reihe der Alkane mit Alkylrest
Ein Alkylrest enthält jeweils ein Wasserstoff-Atom weniger als das entsprechende Alkanmolekül. Alkyle finden sich oft als „Seitengruppe" verzweigter Alkane.
Name Summenformel Name des Alkyls Summenformel Methan CH4 Methylrest –CH3 Ethan C2H6 Ethylrest –C2H5 Propan C3H8 Propylrest –C3H7 allg. Alkane CnH2n+2 Alkylrest –CnH2n+1 1.6.2 Nomenklaturregel für Alkane (Genfer Nomenklatur)
Als Beispiel soll folgendes Molekül systematisch benannt werden:
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Alkane haben die Endung -an.
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Der Name des Alkans, das die Hauptkette bildet, liefert den Stammnamen des Stoffs.
Längste Kette der Kohlenstoffkette suchen und „Glattbügeln".↑ Zum Vergrößern klicken
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Alle Alkane mit 5 Kohlenstoff-Atomen in der längsten Kette heißen Pentan.
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Die Namen der Seitenketten werden dem Stammnamen vorangestellt.
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Beispiel: Methyl-Ethyl-Pentan.
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Um anzuzeigen, an welchem Kohlenstoff-Atom die Seitenkette sitzt, wird die Hauptkette nummeriert. Die Verzweigungsstellen sollen dabei möglichst kleine Zahlen erhalten. Die Zahlen werden den Namen der Seitenketten vorangestellt.
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Beispiel: 2,4-Methyl-3-Ethyl-Pentan.
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Treten gleiche Seitenketten mehrfach in einem Molekül auf, so wird das entsprechende Zahlwort (Di-, Tri-, Tetra-, Penta-) als Vorsilbe verwendet.
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Beispiel: 2,4-Dimethyl-3-Ethyl-Pentan.
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Unterschiedliche Seitenketten werden alphabetisch nach dem Namen der Alkylgruppe geordnet.
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Beispiel: 3-Ethyl-2,4-Dimethylpentan.
Folgende Abbildung zeigt ein weiteres Beispiel für die vollständige Anwendung aller Nomenklaturregeln:
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Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
HAUPTKETTE
Die längste zusammenhängende C-Kette bestimmt den Stammnamen (z. B. Pentan für 5 C-Atome).
LOKANTEN
Die Hauptkette wird so nummeriert, dass die Verzweigungsstellen möglichst kleine Zahlen erhalten.
VORSILBEN
Gleiche Seitenketten werden gezählt: Di- (2×), Tri- (3×), Tetra- (4×). Diese Vorsilben zählen nicht bei der alphabetischen Sortierung.
ALPHABETISCH
Verschiedene Seitenketten stehen im Namen in alphabetischer Reihenfolge – Ethyl (E) vor Methyl (M).
Häufige Fragen – Genfer Nomenklatur der Alkane
Was ist der Unterschied zwischen einem Alkan und einem Alkylrest?
Ein Alkan ist ein gesättigter Kohlenwasserstoff mit der allgemeinen Formel CnH2n+2. Ein Alkylrest entsteht, wenn man einem Alkan-Molekül ein Wasserstoff-Atom „entfernt"; seine allgemeine Formel lautet –CnH2n+1. Alkylreste treten als Seitenketten in verzweigten Alkanen auf – zum Beispiel der Methylrest (–CH3) oder der Ethylrest (–C2H5).
Wie bestimmt man die Hauptkette bei einem verzweigten Alkan?
Man sucht die längste zusammenhängende Kohlenstoffkette im Molekül. Es hilft, die Kette gedanklich „glatt zu bügeln". Der Name des entsprechenden unverzweigten Alkans (Methan, Ethan, Propan, Butan, Pentan, Hexan …) bildet den Stammnamen. Bei gleich langen Ketten wählt man diejenige, die die meisten Seitenketten trägt.
Warum sollen die Lokanten (Positionszahlen) möglichst klein sein?
Die Regel der niedrigsten Lokanten sorgt dafür, dass es für jede Verbindung nur einen eindeutigen IUPAC-Namen gibt. Die Hauptkette wird von dem Ende aus nummeriert, das dem ersten Verzweigungspunkt am nächsten liegt. So ergibt sich beispielsweise „2-Methylbutan" statt „3-Methylbutan" für dieselbe Verbindung.
Was bedeuten die Vorsilben Di-, Tri- und Tetra-?
Treten gleiche Seitenketten mehrfach auf, wird die Anzahl als Zahlwort vor den Seitenkettenname gesetzt: Di- (2×), Tri- (3×), Tetra- (4×), Penta- (5×). Alle zugehörigen Lokanten werden aufgelistet, z. B. „2,4-Dimethyl" für zwei Methylgruppen an C-Atom 2 und 4. Wichtig: Diese Zahlvorsilben werden bei der alphabetischen Sortierung der Seitenketten nicht berücksichtigt.
In welcher Reihenfolge werden unterschiedliche Seitenketten im Namen angegeben?
Verschiedene Seitenketten werden alphabetisch nach dem Namen der Alkylgruppe geordnet – dabei bleiben Zahlvorsilben wie Di- oder Tri- außer Acht. Ethyl (E) kommt daher vor Methyl (M), also z. B.: „3-Ethyl-2,4-dimethylpentan". Mehr zur Nomenklatur der nächsten Stoffklasse findest du auf der Seite → Nomenklatur der Alkene (Kl. 10).
Lernkarten – Genfer Nomenklatur
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was ist ein Alkylrest und wie lautet seine allgemeine Formel?
Ein Alkylrest ist ein Alkan, dem ein H-Atom fehlt. Formel: –CnH2n+1 (z. B. Methylrest –CH3, Ethylrest –C2H5).
2Was bestimmt den Stammnamen eines verzweigten Alkans?
Die längste zusammenhängende Kohlenstoffkette (Hauptkette). 5 C-Atome → Pentan; 6 C-Atome → Hexan usw.
3Wie wird die Hauptkette nummeriert?
Von dem Ende aus, das dem ersten Verzweigungspunkt am nächsten liegt → niedrigste Lokanten für alle Seitenketten.
4Welche Reihenfolge gilt für verschiedene Seitenketten im IUPAC-Namen?
Alphabetisch nach dem Alkylgruppennamen (ohne Vorsilben Di-, Tri-). Ethyl (E) vor Methyl (M).
5Wie heißt: 6 C-Kette, Ethylgruppe an C-3, zwei Methylgruppen an C-2 und C-2?
3-Ethyl-2,2-dimethylhexan
(Hexan = 6 C; 2,2-Dimethyl = zwei Methyl an C-2; 3-Ethyl an C-3; E vor M).Weiter im Kapitel Alkane
← 1.5 Homologe Reihe der Alkane → 1.6 Übungen zur Nomenklatur
🔁 Weiter in der Organik: Nomenklatur der Alkene (Kl. 10)
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01.6 Übung zur Nomenklatur
Was du auf dieser Seite übst
Hier übst du die Genfer Nomenklatur an allen 9 Konstitutionsisomeren der Summenformel C7H16. Schau dir die Halbstrukturformel an, überlege den systematischen Namen – und klappe dann die Lösung auf.
Grundlagen – Genfer Nomenklatur
Die 7 Nomenklaturregeln hast du auf der vorherigen Seite kennengelernt: → 1.6 Genfer Nomenklatur der Alkane
1.6.3 Isomere der Summenformel C7H16
Entwickle zur Übung die Halbstrukturformeln der Isomeren der Summenformel C7H16 und benenne die Verbindungen mit ihrem systematischen Namen. Beachte: Es gibt 9 verschiedene Konstitutionsisomere.
Schau dir jede Halbstrukturformel an, überlege den Namen – und klappe dann die Lösung auf.
Isomer 1 von 9
Lösung anzeigen
Name: n-Heptan
Isomer 2 von 9
Lösung anzeigen
Name: 2-Methylhexan
Isomer 3 von 9
Lösung anzeigen
Name: 3-Methylhexan
Isomer 4 von 9
Lösung anzeigen
Name: 2,2-Dimethylpentan
Isomer 5 von 9
Lösung anzeigen
Name: 2,3-Dimethylpentan
Isomer 6 von 9
Lösung anzeigen
Name: 2,4-Dimethylpentan
Isomer 7 von 9
Lösung anzeigen
Name: 3,3-Dimethylpentan
Isomer 8 von 9
Lösung anzeigen
Name: 2,2,3-Trimethylbutan
Isomer 9 von 9
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Name: 3-Ethylpentan
Lösung: Alle 9 Isomere im Überblick
1 unverzweigtes Isomer: n-Heptan
2 einfach verzweigte: 2-Methylhexan · 3-Methylhexan
5 zweifach verzweigte: 2,2- · 2,3- · 2,4- · 3,3-Dimethylpentan · 3-Ethylpentan
1 dreifach verzweigtes: 2,2,3-Trimethylbutan
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
KONSTITUTIONSISOMERE
Isomere haben die gleiche Summenformel, aber eine verschiedene Verknüpfung der Atome (→ verschiedene Strukturformeln).
ANZAHL
C7H16 hat 9 Konstitutionsisomere. Mit steigender Kettenlänge wächst die Isomerenzahl stark an.
SYSTEMATISCH VORGEHEN
Erst die längste Kette (unverzweigt), dann schrittweise kürzer mit mehr Verzweigungen – so findet man alle Isomere.
EIGENSCHAFTEN
Stärker verzweigte Isomere haben niedrigere Siedepunkte, weil die van-der-Waals-Kräfte bei kompakterer Gestalt schwächer sind.
Häufige Fragen – Isomere und Nomenklaturübungen
Was sind Konstitutionsisomere?
Konstitutionsisomere (auch Strukturisomere) sind Verbindungen mit gleicher Summenformel, aber verschiedener Verknüpfung der Atome. Sie sind vollständig verschiedene chemische Verbindungen mit eigenen Eigenschaften (Siedepunkt, Schmelzpunkt, Dichte). Alle 9 Isomere von C7H16 gehören zur Gruppe der Konstitutionsisomere.
Wie findet man systematisch alle Isomere einer Summenformel?
Man geht nach folgendem Schema vor: (1) Längste unverzweigte Kette (hier: n-Heptan, 7 C). (2) Hauptkette um 1 kürzen und eine Methylgruppe anbringen – dabei alle unterschiedlichen Positionen prüfen (→ 2-Methylhexan, 3-Methylhexan). (3) Hauptkette nochmals kürzen, zwei Seitenketten anbringen usw. Wichtig: Immer prüfen, ob ein neues Gebilde wirklich verschieden von bereits gefundenen ist.
Was unterscheidet 2-Methylhexan von 3-Methylhexan?
Beide haben eine 6 C-Atome lange Hauptkette (Hexan) und eine Methylgruppe als Seitenkette – aber an verschiedenen Positionen: Bei 2-Methylhexan sitzt die Methylgruppe an C-2, bei 3-Methylhexan an C-3. Gleiche Summenformel, verschiedene Struktur → verschiedene Eigenschaften.
Warum hat 2,2,3-Trimethylbutan einen niedrigeren Siedepunkt als n-Heptan?
Je stärker verzweigt ein Alkan ist, desto kugelförmiger (kompakter) ist das Molekül – die Oberfläche ist kleiner. Damit werden die van-der-Waals-Kräfte zwischen den Molekülen schwächer. Weniger Anziehungskräfte bedeuten: Das Molekül lässt sich leichter aus dem flüssigen Zustand herauslösen → niedrigerer Siedepunkt. Mehr dazu auf der nächsten Seite: → Eigenschaften der Alkane.
Wie viele Isomere hat C₅H₁₂?
C5H12 (Pentan) hat 3 Konstitutionsisomere: n-Pentan (5 C unverzweigt), 2-Methylbutan (4 C-Kette + 1 Methylgruppe an C-2) und 2,2-Dimethylpropan (3 C-Kette + 2 Methylgruppen an C-2, auch „Neopentan" genannt). Zum Vergleich: C4H10 hat 2 Isomere, C6H14 hat 5 Isomere.
Lernkarten – Isomere und Nomenklatur
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was sind Konstitutionsisomere? Nenne ein Kriterium.
Gleiche Summenformel, aber verschiedene Verknüpfung der Atome (→ verschiedene Strukturformel und verschiedene Eigenschaften).
2Wie viele Konstitutionsisomere hat C7H16?
9 Isomere: n-Heptan · 2- und 3-Methylhexan · 2,2- / 2,3- / 2,4- / 3,3-Dimethylpentan · 3-Ethylpentan · 2,2,3-Trimethylbutan.
3Wie viele Isomere hat C5H12? Nenne alle Namen.
3 Isomere: n-Pentan · 2-Methylbutan · 2,2-Dimethylpropan (Neopentan).
4Warum sinkt der Siedepunkt mit steigendem Verzweigungsgrad?
Stärkere Verzweigung → kompakteres Molekül → kleinere Oberfläche → schwächere van-der-Waals-Kräfte → niedrigerer Siedepunkt.
5Benenne: C-Kette mit 4 Atomen, je eine Methylgruppe an C-2 und C-3.
2,3-Dimethylbutan
(Butan = 4 C; zwei Methylgruppen an C-2 und C-3 → 2,3-Dimethyl; Summenformel: C6H14).Weiter im Kapitel Alkane
← 1.6 Genfer Nomenklatur → 1.7 Eigenschaften der Alkane
🔁 Weiter in der Organik: Isomerien der Alkene (Kl. 10)
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01.7 Struktur und Eigenschaften der Alkane
Was du auf dieser Seite lernst
Die Struktur der Alkane bestimmt ihre Eigenschaften. Du lernst, warum Alkane reaktionsträge sind, welche zwischenmolekularen Kräfte (ZMK) zwischen ihren Molekülen wirken und was das für Siedepunkt, Schmelzpunkt und Löslichkeit bedeutet.
Grundlagen aus der 9. Klasse
Polare und unpolare Bindungen sowie zwischenmolekulare Kräfte (ZMK) hast du bereits in der 9. Klasse kennengelernt:
→ Polare und unpolare Atombindung (Kl. 9) · → Elektrische Dipole (Kl. 9)1.7 Struktur und Eigenschaften der Alkane
1.7.1 Bindungsverhältnisse
a) Bindungsverhältnisse im Molekül lassen bestimmte chemische Verhaltensweisen voraussagen:
- sehr starke Einfachbindung
→ reaktionsträge - fast unpolare Atombindung
→ normalerweise keine Reaktion als Säure (auch keine Eigenprotolyse), da kein Proton abgespalten wird.
→ bei starkem Erhitzen bzw. starkem Angriff kommt es zur symmetrischen (radikalischen, homolytischen) Spaltung der Bindung.
- keine freien Elektronenpaare
→ kann nicht als Base reagieren (kann kein Proton aufnehmen) - keine Elektronenpaarlücke
→ kann nicht als elektrophiles Teilchen reagieren b) Bindungen bzw. Kräfte zwischen den Molekülen (ZMKs) sind verantwortlich für die physikalischen Eigenschaften (Siedetemperatur, Schmelztemperatur, Löslichkeit etc.):
- nur van-der-Waals-Kräfte
- keine Wasserstoffbrücken
- keine Dipol-Dipol-Wechselwirkungen
- Siedepunkt ist niedrig (steigt mit der Molekülgröße)
- Schmelzpunkt ist niedrig (steigt mit der Molekülgröße)
- Löslichkeit: schlecht in Stoffen, in denen starke Wasserstoffbrücken vorliegen
- Löslichkeit: schlecht in polaren Stoffen
- Alkane lösen keine Salze, da sie keine Solvationshüllen ausbilden
Alkane sind typisch unpolare Stoffe (hydrophob, wassermeidend).
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
REAKTIONSTRÄGHEIT
Starke, fast unpolare C–C- und C–H-Bindungen machen Alkane reaktionsträge – weder Säure noch Base noch Nucleophil noch Elektrophil.
ZMK
Zwischen Alkanmolekülen wirken nur van-der-Waals-Kräfte – keine Wasserstoffbrücken, keine Dipol-Wechselwirkungen.
SIEDEPUNKT
Mehr C-Atome → größere Moleküloberfläche → stärkere vdW-Kräfte → höherer Siedepunkt. Stärkere Verzweigung senkt den Siedepunkt.
HYDROPHOB
Alkane sind unpolar und wassermeidend (hydrophob). Sie lösen sich nicht in Wasser und lösen keine Salze.
Häufige Fragen – Eigenschaften der Alkane
Warum sind Alkane so reaktionsträge?
Die C–C- und C–H-Bindungen in Alkanen sind sehr stark und fast unpolar (Elektronegativitätsunterschied sehr gering). Dadurch bieten Alkane weder freie Elektronenpaare (kein Angriffspunkt für Elektrophile) noch eine Elektronenpaarlücke (kein Angriffspunkt für Nucleophile). Auch eine Protonenabgabe findet praktisch nicht statt. Nur unter extremen Bedingungen – sehr hohe Temperaturen oder UV-Licht – kommt es zur homolytischen Bindungsspaltung und damit zu einer radikalischen Reaktion.
Warum steigt der Siedepunkt der Alkane mit der Kettenlänge?
Mit jedem zusätzlichen C-Atom wächst die Moleküloberfläche. Größere Oberfläche bedeutet mehr Kontaktfläche zwischen den Molekülen und damit stärkere van-der-Waals-Kräfte. Um ein Molekül aus dem flüssigen Zustand zu befreien, muss mehr Energie aufgewendet werden → der Siedepunkt steigt. Methan (C1) siedet bei –162 °C, Hexan (C6) bereits bei +69 °C.
Warum lösen sich Alkane nicht in Wasser?
Wasser ist ein stark polares Lösungsmittel, das ausgeprägte Wasserstoffbrücken zwischen seinen Molekülen ausbildet. Alkane sind unpolar und können keine entsprechenden Wechselwirkungen mit Wasser eingehen. Nach dem Prinzip „Gleiches löst Gleiches" (lat. similia similibus solvantur) bleiben Alkane in Wasser ungelöst und bilden eine separate Phase (z. B. Öl auf Wasser). Salze lösen Alkane ebenfalls nicht auf, da Alkane keine Solvationshüllen um Ionen ausbilden können.
Warum haben verzweigte Alkane niedrigere Siedepunkte als unverzweigte?
Je stärker ein Alkan verzweigt ist, desto kompakter (kugelförmiger) ist das Molekül. Die Oberfläche, über die van-der-Waals-Kräfte wirken können, wird kleiner → die Anziehungskräfte zwischen den Molekülen sind schwächer → der Siedepunkt sinkt. Beispiel: n-Pentan (unverzweigt) siedet bei 36 °C, 2,2-Dimethylpropan (stark verzweigt) bereits bei 9 °C – obwohl beide die gleiche Summenformel C5H12 haben. Mehr dazu unter: → Isomere von C₇H₁₆.
Was ist die homolytische (radikalische) Spaltung einer Bindung?
Bei der homolytischen Spaltung teilen sich beide Bindungspartner die gemeinsamen Elektronen gleichmäßig auf – jedes Atom erhält ein Elektron. Es entstehen Radikale (Teilchen mit einem ungepaarten Elektron), die sehr reaktiv sind. Dies geschieht bei Alkanen nur unter extremen Bedingungen wie hohen Temperaturen oder UV-Strahlung. Es ist die Grundlage der radikalischen Substitution. Im Gegensatz dazu werden bei der heterolytischen Spaltung beide Elektronen von einem Partner behalten.
Lernkarten – Eigenschaften der Alkane
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Warum sind Alkane reaktionsträge? Nenne zwei Gründe.
1. C–C- und C–H-Bindungen sind sehr stark.
2. Die Bindungen sind fast unpolar → kein Angriffspunkt für Nucleophile oder Elektrophile.2Welche ZMK wirken zwischen Alkanmolekülen?
Ausschließlich van-der-Waals-Kräfte. Keine Wasserstoffbrücken, keine Dipol-Dipol-Wechselwirkungen (Alkane sind unpolar).
3Warum steigt der Siedepunkt der Alkane mit der Kettenlänge?
Mehr C-Atome → größere Oberfläche → stärkere van-der-Waals-Kräfte → mehr Energie nötig zum Verdampfen → höherer Siedepunkt.
4Was bedeutet „hydrophob"? Warum sind Alkane hydrophob?
Hydrophob = wassermeidend. Alkane sind unpolar → können keine Wechselwirkungen mit polarem Wasser eingehen → lösen sich nicht in Wasser.
5n-Pentan oder 2,2-Dimethylpropan – welches hat den höheren Siedepunkt? Begründe.
n-Pentan (Sdp. 36 °C) > 2,2-Dimethylpropan (Sdp. 9 °C). n-Pentan ist gestreckter → größere Oberfläche → stärkere vdW-Kräfte – obwohl beide C5H12 sind.
Weiter im Kapitel Alkane
← 1.6 Übungen zur Nomenklatur → 1.8 Angriffsfreudige Teilchen
🔁 Grundlagen: Polare und unpolare Atombindung (Kl. 9) · Elektrische Dipole (Kl. 9)
-
01.9 Reaktion von Alkanen mit Halogenen
Was du auf dieser Seite lernst
Alkane reagieren unter Lichtzufuhr mit Halogenen in einer radikalischen Substitution (SR): Ein Wasserstoff-Atom wird durch ein Halogen-Atom ersetzt. Du lernst den dreistufigen Reaktionsmechanismus kennen und erfährst, welche Eigenschaften die entstehenden Halogenalkane haben.
Grundlagen – Angriffsfreudige Teilchen
Radikale und die homolytische Bindungsspaltung hast du auf der vorherigen Seite kennengelernt:
→ 1.8 Angriffsfreudige Teilchen · → 1.7 Eigenschaften der Alkane1.9 Reaktion von Alkanen mit Halogenen
1.9.1 Versuch
Experiment:
Gemisch aus 4 ml Isooctan (2,2,4-Trimethylpentan) und 1,3 ml Brom werden belichtet.
An das entstehende Gas wird …- … Flasche mit konz. Ammoniak
- … feuchtes pH-Papier
… gehalten.
Es entstehen:
a) ein farbloses Gas:
- Nebelbildung an feuchter Luft (HBr);
- mit Ammoniak bildet sich ein weißer Rauch (Ammoniak und der Stoff reagiert zu einem porösen Salz (NH4Br));
- angefeuchtetes Indikatorpapier färbt sich rot (Säure muss entstanden sein → HBr).
→ Die Beobachtungen sprechen dafür, dass das farblose Gas Bromwasserstoff (HBr) ist.
b) eine Flüssigkeit:
- größere Dichte als Wasser;
- Beilsteinprobe positiv (Beilsteinprobe: halogenhaltige Verbindungen ergeben mit Kupfer in der Flamme eine Grünfärbung).
→ Die Flüssigkeit ist ein Bromalkan (hauptsächlich).
1.9.2 Reaktionsschema
Alkan + Brom —(Belichtung)→ Bromalkan + Bromwasserstoff
Allgemein:
Alkan + Halogen —(Belichtung)→ Halogenalkan + Halogenwasserstoff1.9.3 Reaktionsmechanismus
(vereinfacht: statt Isooctan wird Methan verwendet)
Folgende Abbildung zeigt den Reaktionsmechanismus der radikalischen Substitutionsreaktion zu einem Halogenalkan unter Bildung eines Halogenwasserstoffs.
↑ Zum Vergrößern klicken
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Merke
Reaktionen, bei denen Atome oder Atomgruppen einer Verbindung durch andere Atome ersetzt werden, bezeichnet man als Substitution.
Die Bromierung von Methan ist eine radikalische Substitution (SR-Reaktion).1.9.4 Halogenalkane
a) Halogenalkane sind Derivate (Abkömmlinge) der Alkane.
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✕
b) Eigenschaften der Halogenalkane:
Löslichkeit Halogenalkane sind in Wasser unlöslich.
Sie sind sehr gute Lösungsmittel für Alkane und Fette (hydrophobe Stoffe).Dichte Halogenalkane haben meistens eine größere Dichte als 1 g/cm³. Siedetemperatur Sie liegt bei Halogenalkanen höher als bei vergleichbaren Alkanen (Grund: größere van-der-Waals-Kräfte). Brennbarkeit Je mehr H-Atome durch Halogen-Atome ersetzt sind, umso schlechter ist die Brennbarkeit der Halogenalkane. c) Verwendung:
- hervorragende Lösungsmittel (Extraktion pflanzlicher Öle, Entfetten von Metallteilen, chemische Reinigung …)
- Treibgase in Sprays
- Kältemittel für Kühlanlagen
- Feuerlöschmittel (Halon, Bromtrifluormethan)
- Desinfektionsmittel (Jodoform, Trijodmethan)
- Insektizide (Lindan, Hexachlorcyclohexan)
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
STARTREAKTION
Licht spaltet Br₂ homolytisch → zwei Br-Radikale (Br•). Energiezufuhr notwendig, läuft nur einmal ab.
KETTENREAKTION
Br• + CH₄ → HBr + CH₃• · CH₃• + Br₂ → CH₃Br + Br• · Das Radikal regeneriert sich ständig → Kettenreaktion.
ABBRUCH
Zwei Radikale rekombinieren → stabile Verbindung. Kette bricht ab, wenn Radikale aufeinandertreffen.
HALOGENALKANE
Dichte > 1 g/cm³ · in Wasser unlöslich · höherer Sdp. als Alkane · weniger brennbar je mehr Halogenatome.
Häufige Fragen – Radikalische Substitution und Halogenalkane
Was ist eine radikalische Substitution (SR)?
Bei einer Substitution wird ein Atom oder eine Atomgruppe in einem Molekül durch ein anderes Atom ersetzt. Bei der radikalischen Substitution (SR) übernehmen Radikale die Angreiferrolle. Bei der Bromierung von Methan wird ein H-Atom durch ein Br-Atom ersetzt: CH₄ + Br₂ → CH₃Br + HBr. Die Reaktion läuft als Kettenreaktion in drei Stufen ab: Startreaktion, Kettenreaktion, Abbruchreaktion.
Warum wird für die Bromierung von Alkanen Licht benötigt?
Die Reaktion beginnt mit der Startreaktion: Licht (hν) liefert die nötige Energie, um die Br–Br-Bindung homolytisch zu spalten – jedes Br-Atom erhält ein Elektron und wird zum Radikal (Br•). Diese Br-Radikale lösen die Kettenreaktion aus. Ohne Lichtzufuhr findet keine Startreaktion statt, und die Gesamtreaktion kommt nicht in Gang.
Welche drei Schritte hat der Reaktionsmechanismus der SR?
1. Startreaktion: Br₂ →(hν)→ 2 Br• (einmalig, braucht Energie).
2. Kettenreaktion (läuft sehr oft ab):
Br• + CH₄ → HBr + CH₃• (Br-Radikal zieht H ab)
CH₃• + Br₂ → CH₃Br + Br• (Methyl-Radikal greift Br₂ an, neues Br• entsteht)
3. Abbruchreaktion: Zwei Radikale rekombinieren, z. B. CH₃• + Br• → CH₃Br. Die Kette bricht ab.Warum haben Halogenalkane einen höheren Siedepunkt als vergleichbare Alkane?
Halogenatome sind größer und polarisierbarer als Wasserstoff-Atome. Dadurch sind die van-der-Waals-Kräfte zwischen Halogenalkanmolekülen stärker als zwischen reinen Alkanmolekülen gleicher Kettenlänge. Stärkere ZMK bedeuten mehr Energie zum Verdampfen → höherer Siedepunkt. Zusätzlich besitzen C–X-Bindungen (X = Halogen) einen Dipolcharakter, der weitere Anziehungskräfte beiträgt.
Was ist die Beilsteinprobe und was zeigt sie an?
Die Beilsteinprobe ist ein einfacher Nachweis für halogenhaltige organische Verbindungen. Dazu wird ein Kupferdraht in der Flamme erhitzt und dann kurz in die Probe getaucht. Enthält die Substanz Halogene (Cl, Br, I), färbt sich die Flamme charakteristisch grün (durch Kupferhalogenid-Verbindungen). Beim Versuch in 1.9.1 wurde so bestätigt, dass die entstandene Flüssigkeit ein Bromalkan ist.
Lernkarten – Radikalische Substitution
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was ist eine Substitution? Was bedeutet „radikalisch"?
Substitution: Ein Atom/Gruppe wird durch ein anderes ersetzt. Radikalisch: Der Angreifer ist ein Radikal (Einzelelektron).
2Nenne die drei Stufen der SR-Reaktion.
1. Startreaktion (Br₂ + hν → 2 Br•)
2. Kettenreaktion (Radikale reagieren, neues Radikal entsteht)
3. Abbruchreaktion (zwei Radikale rekombinieren)3Welche Produkte entstehen bei der Bromierung von Methan?
CH₄ + Br₂ →(hν)→ CH₃Br (Brommethan) + HBr (Bromwasserstoff).
4Nenne zwei Unterschiede zwischen Halogenalkanen und Alkanen.
1. Dichte > 1 g/cm³ (Alkane < 1).
2. Höherer Siedepunkt (stärkere vdW-Kräfte).
3. In Wasser unlöslich, aber gutes Lösungsmittel für Fette.5Methan wird zweifach bromiert. Nenne Produkt und systematischen Namen.
CH₄ + 2 Br₂ →(hν)→ CH₂Br₂ + 2 HBr
Name: Dibrommethan (Di- für zwei Br-Atome, Stamm Methan).Weiter in der Organischen Chemie
← 1.8 Angriffsfreudige Teilchen → 2.1 Ethen – Alkene
🔁 Grundlagen: Eigenschaften der Alkane (Kl. 10) · Radikale & Elektrophile (Kl. 10)
-
1 Alkane
Was du auf dieser Seite findest
Das Kapitel Alkane ist das erste Kapitel der Organischen Chemie in Klasse 10 (Baden-Württemberg). Du lernst die einfachsten Kohlenwasserstoffe kennen: von Methan über Butan bis zur homologen Reihe, Nomenklatur, Eigenschaften und schließlich die radikalische Substitution als ersten organischen Reaktionsmechanismus.
Grundlagen aus der 9. Klasse
Atombindung, Lewis-Formeln und das Konzept der Elektronenpaarbindung hast du in der 9. Klasse kennengelernt: → Atombindung (Kl. 9) · → Lewis-Formeln (Kl. 9)
Unterseiten im Überblick
1.1
Methan
Lewis-Formel · Kugelstabmodell · Verbrennung
1.2 · bei ausreichend Zeit
Ethan
Noch kein eigener Artikel online
1.3 · bei ausreichend Zeit
Propan
Noch kein eigener Artikel online
1.4
Butan
Konstitutionsisomerie · Strukturformeln · Verbrennung
1.5
Homologe Reihe der Alkane
CₙH₂ₙ₊₂ · Strukturformeln C₁–C₁₇ · Siedepunkte
1.6
Genfer Nomenklatur
Hauptkette · Substituenten · Lokanten · → Übungen
1.7
Struktur und Eigenschaften
Einfachbindung · Van-der-Waals-Kräfte · unpolar · hydrophob
1.8
Angriffsfreudige Teilchen
Radikale · Elektrophile · Nucleophile
1.9
Reaktion mit Halogenen
Radikalische Substitution · Start / Kette / Abbruch · Halogenalkane
Vollständige Inhaltsübersicht
- 1.1 Methan – Lewis-Formel, Kugelstabmodell, qualitative Elementaranalyse, Verbrennung
- 1.2 Ethan (bei ausreichend Zeit – noch kein Artikel)
- 1.3 Propan (bei ausreichend Zeit – noch kein Artikel)
- 1.4 Butan – Strukturformeln, Konstitutionsisomerie (n-Butan / Isobutan), Verbrennung
- 1.5 Homologe Reihe der Alkane – allgemeine Formel CₙH₂ₙ₊₂, Strukturformeln C₁–C₁₇, Siedepunkttrend
- 1.6 Genfer Nomenklatur der Alkane – Hauptkette, Substituenten, Lokanten | → Übungen zur Nomenklatur
- 1.7 Struktur und Eigenschaften der Alkane – Einfachbindung, Van-der-Waals-Kräfte, unpolar, Siedepunkte
- 1.8 Angriffsfreudige Teilchen – Radikale, Elektrophile, Nucleophile
- 1.9 Reaktion von Alkanen mit Halogenen – Radikalische Substitution: Start-, Ketten- und Abbruchreaktion, Halogenalkane
Auf einen Blick – Alkane
Homologe Reihe
Alkane haben die allgemeine Formel CₙH₂ₙ₊₂. Jedes folgende Glied der homologen Reihe enthält eine CH₂-Gruppe mehr. Siedepunkt und Schmelzpunkt steigen mit der Kettenlänge.
Eigenschaften
Alkane sind unpolar und reagieren wegen der starken Einfachbindung normalerweise nicht. Zwischen den Molekülen wirken nur Van-der-Waals-Kräfte – daher niedrige Siedepunkte und schlechte Wasserlöslichkeit.
Radikalische Substitution
Alkane reagieren mit Halogenen durch radikalische Substitution (UV-Licht): Start (homolytische Spaltung) → Kettenreaktion (Radikal greift CH-Bindung an) → Abbruch (zwei Radikale verbinden sich).
Genfer Nomenklatur
Regeln: 1. Längste Kette bestimmen. 2. Substituenten von der nächstgelegenen Seite nummerieren. 3. Substituenten alphabetisch benennen. Beispiel: 3-Ethyl-2,2-dimethylhexan.
Häufige Fragen – Alkane
Was ist ein Alkan und was bedeutet „gesättigt"?
Alkane sind Kohlenwasserstoffe, die ausschließlich Einfachbindungen zwischen Kohlenstoffatomen besitzen. Die allgemeine Formel lautet CₙH₂ₙ₊₂. „Gesättigt" bedeutet, dass jedes C-Atom die maximale Anzahl an H-Atomen trägt – es gibt keine Doppel- oder Dreifachbindungen, an die weitere Atome addiert werden könnten. Beispiele: Methan CH₄, Ethan C₂H₆, Propan C₃H₈.
Warum steigt der Siedepunkt in der homologen Reihe der Alkane?
Mit zunehmender Kettenlänge steigt die Moleküloberfläche, über die Van-der-Waals-Kräfte wirken. Mehr Kontaktfläche bedeutet stärkere intermolekulare Anziehung – daher muss mehr Energie aufgewendet werden, um die Moleküle voneinander zu trennen, was sich in einem höheren Siedepunkt zeigt. → Homologe Reihe
Was sind die drei Schritte der radikalischen Substitution?
1. Startreaktion: UV-Licht spaltet Cl₂ homolytisch in zwei Chlorradikale (Cl•).
2. Kettenreaktion: Cl• greift CH₄ an → HCl + CH₃•; CH₃• reagiert mit Cl₂ → CH₃Cl + Cl• (Kette läuft weiter).
3. Abbruchreaktion: Zwei beliebige Radikale verbinden sich zu einem stabilen Molekül – die Kette bricht ab.
Das Verhältnis der Produkte (Mono-, Di-, Trichlormethan …) hängt von den Bedingungen ab. → Radikalische SubstitutionWas ist der Unterschied zwischen Elektrophilen, Nucleophilen und Radikalen?
Elektrophile sind elektronenarme Teilchen, die Elektronenpaare suchen (Lewis-Säuren).
Nucleophile sind elektronenreiche Teilchen mit freien Elektronenpaaren (Lewis-Basen).
Radikale sind Teilchen mit einem ungepaarten Elektron; sie entstehen durch homolytische Bindungsspaltung (z. B. durch UV-Licht) und sind besonders reaktiv. → Angriffsfreudige TeilchenWie benennt man verzweigte Alkane nach der Genfer Nomenklatur?
Schrittweise Vorgehensweise:
1. Längste durchgehende Kohlenstoffkette = Hauptkette → gibt den Stammnamen.
2. Nummerierung: von der Seite beginnen, die den ersten Substituenten mit der kleinsten Zahl ergibt.
3. Substituenten: Alkylgruppen mit Lokant und Namen (z. B. 2-Methyl-). Mehrere gleiche: di-, tri-, tetra-. Alphabetische Reihenfolge bei verschiedenen.
Beispiel: 3-Ethyl-2,2-dimethylhexan. → Genfer NomenklaturLernkarten – Alkane
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was ist die allgemeine Summenformel der Alkane? Gib drei Beispiele an.
Allg. Formel: CₙH₂ₙ₊₂
Methan: CH₄ (n = 1)
Ethan: C₂H₆ (n = 2)
Propan: C₃H₈ (n = 3)
→ Gesättigte Kohlenwasserstoffe2Was sind Van-der-Waals-Kräfte und welche Auswirkung haben sie auf Alkane?
Schwache Dispersionskräfte zwischen unpolaren Molekülen.
→ Alkane: niedrige Siedepunkte
→ Schlecht löslich in Wasser
→ Siedepunkt steigt mit Kettenlänge (mehr Kontaktfläche)3Was versteht man unter Konstitutionsisomerie? Erkläre am Beispiel Butan.
Gleiche Summenformel, verschiedene Verknüpfung der Atome.
C₄H₁₀: n-Butan (gerade Kette)
und 2-Methylpropan / Isobutan (verzweigt)
→ unterschiedliche Siedepunkte!4Was entsteht bei der vollständigen Verbrennung von Alkanen?
Vollständige Verbrennung (Oxidation):
Alkan + O₂ → CO₂ + H₂O
Beispiel Methan:
CH₄ + 2 O₂ → CO₂ + 2 H₂O (ΔH < 0)
→ Exotherme Reaktion5Benenne: CH₃–CH(CH₃)–CH₂–CH₂–CH₃ nach Genfer Nomenklatur.
Längste Kette: 5 C → Pentan
Methylgruppe an C2 → 2-Methylpentan
Kontrolle: Nummerierung von links ergibt Lokant 2,
von rechts Lokant 4 → kleinste Zahl = 2 ✓Weiter im Kapitel Organische Chemie
← Klasse 10 – Übersicht → 2 Alkene
🔁 Grundlagen (Kl. 9): Atombindung · Lewis-Formeln
📚 Vertiefung Kursstufe: Cycloalkane · Aromaten -
10. Klasse
Was du auf dieser Seite findest
In der 10. Klasse dreht sich alles um die Organische Chemie (Baden-Württemberg). Von den gesättigten Alkanen über Alkene und Alkine bis zu Alkoholen, Carbonylverbindungen und Carbonsäuren – hier findest du alle Kapitel direkt verlinkt.
Kapitel im Überblick
Kapitel 1
Alkane
Methan · Butan · homologe Reihe · Nomenklatur · radikalische Substitution
Kapitel 2
Alkene
Ethen · Doppelbindung · Nachweis · elektrophile Addition · Isomerie
Kapitel 3
Alkine
Ethin · Dreifachbindung · Bananenbindung · Herstellung
Kapitel 4 · bei ausreichend Zeit
Cycloverbindungen
Cycloalkane · (vertieft in der Kursstufe → Aromaten)
Kapitel 5
Alkohole (Alkanole)
Ethanol · Hydroxylgruppe · prim./sek./tert. · mehrwertige Alkohole
Kapitel 6
Carbonylverbindungen
Alkanale (Aldehyde) · Alkanone (Ketone) · Carbonylgruppe · Nachweise
Kapitel 7
Carbonsäuren
Essigsäure · Carboxylgruppe · ZMK · Säure-Base-Reaktionen
Kapitel 8 · ⚠️ noch nicht online
Ester
Veresterung · Estergleichgewicht (→ Kursstufe: Gleichgewichtsreaktionen)
Vollständige Inhaltsübersicht
1 Alkane
- 1.1 Methan
- 1.4 Butan
- 1.5 Homologe Reihe der Alkane
- 1.6 Genfer Nomenklatur der Alkane | → Übungen
- 1.7 Eigenschaften der Alkane
- 1.8 Angriffsfreudige Teilchen (Radikale)
- 1.9 Radikalische Substitution – Halogenalkane
2 Alkene
- 2.1 Ethen
- 2.1.5 Nachweis von Alkenen (Mehrfachbindungen)
- 2.1.6 Isomerien von Alkenen
- 2.2 Nomenklatur der Alkene
- 2.3 Katalytische Hydrierung
- 2.4 Vergleich Ethen / Ethan
3 Alkine
4 Cycloverbindungen (bei ausreichend Zeit)
- → Cycloalkane (Kursstufe) – kein eigener Klasse-10-Artikel
5 Alkohole (Alkanole)
- 5.1 Alkanol, Alkohol (Ethanol)
- 5.1.3 Formelermittlung von Ethanol | → Teil II
- 5.1.4 Versuch: Ethanol + Alkalimetall
- 5.1.5 Induktiver Effekt
- 5.2 Homologe Reihe der Alkohole
- 5.2.4 Primäre, sekundäre und tertiäre Alkohole
- 5.2.6 Mehrwertige Alkohole
- 5.3 Chemische Reaktionen von Alkoholen
6 Carbonylverbindungen (Alkanale und Alkanone)
- 6.1.1 Herstellung von Alkanalen
- 6.1.2 Funktionelle Gruppe der Alkanale (Aldehyde)
- 6.1.4 Aldehydnachweise
- 6.2 Alkanone (Ketone)
- 6.3 Unterscheidung Aldehyde / Ketone
7 Carbonsäuren
- 7.1 Essigsäure (Ethansäure)
- 7.2 Funktionelle Gruppe der Monocarbonsäuren
- 7.3 Vergleich der Siedepunkte – ZMK
- 7.4.1 Säure-Base-Reaktionen
- 7.4.2 Redoxreaktion Essigsäure + Magnesium
8 Ester (noch kein eigener Artikel)
- → Estergleichgewicht (Kursstufe: Gleichgewichtsreaktionen) – kein eigener Klasse-10-Artikel
Auf einen Blick – Organische Chemie Klasse 10
Homologe Reihe
Alkane, Alkene, Alkine und Alkanole bilden je eine homologe Reihe mit gleicher funktioneller Gruppe und sich regelmäßig ändernden Eigenschaften (je +CH₂).
Funktionelle Gruppe
Die funktionelle Gruppe bestimmt die chemischen Eigenschaften: –OH (Alkanole) · C=O (Carbonylverbindungen) · –COOH (Carbonsäuren).
Reaktionstypen
Alkane: radikalische Substitution · Alkene: elektrophile Addition · Alkohole: Oxidation zu Aldehyden/Ketonen · Carbonsäuren: Veresterung.
ZMK & Siedepunkte
Van-der-Waals-Kräfte (Alkane, Alkene) < Dipol-Kräfte < Wasserstoffbrücken (Alkanole, Carbonsäuren). Je stärker die ZMK, desto höher der Siedepunkt.
Häufige Fragen – Organische Chemie Klasse 10
Was ist eine homologe Reihe?
Eine homologe Reihe ist eine Gruppe organischer Verbindungen mit gleicher funktioneller Gruppe und gleichem Reaktionsverhalten, deren Glieder sich jeweils um eine CH₂-Einheit unterscheiden. Mit steigender Kettenlänge nehmen Siedepunkt und Viskosität zu, während die Löslichkeit in Wasser meist abnimmt. Beispiele: Methan–Ethan–Propan–Butan (Alkane) oder Methanol–Ethanol–Propanol (Alkohole).
Was versteht man unter einer funktionellen Gruppe?
Eine funktionelle Gruppe ist ein Atom oder eine Atomgruppe im Molekül, die das typische chemische Verhalten einer Stoffklasse bestimmt. In der Organischen Chemie der 10. Klasse begegnen dir: die Hydroxylgruppe –OH (Alkohole), die Carbonylgruppe C=O (Aldehyde und Ketone) und die Carboxylgruppe –COOH (Carbonsäuren).
Was unterscheidet Alkane, Alkene und Alkine voneinander?
Alkane (Formel CₙH₂ₙ₊₂) besitzen nur Einfachbindungen und reagieren durch radikalische Substitution. Alkene (CₙH₂ₙ) haben mindestens eine C=C-Doppelbindung und reagieren typischerweise durch elektrophile Addition. Alkine (CₙH₂ₙ₋₂) besitzen eine C≡C-Dreifachbindung und sind reaktiver als Alkane, aber ähnlich wie Alkene durch Addition reaktiv. → Vergleich Ethen/Ethan
Was ist der Unterschied zwischen primären, sekundären und tertiären Alkoholen?
Bei einem primären Alkohol trägt das C-Atom mit der –OH-Gruppe nur einen weiteren C-Substituenten (z. B. Ethanol). Beim sekundären Alkohol sind es zwei, beim tertiären drei C-Substituenten. Diese Unterscheidung ist wichtig für die Oxidierbarkeit: Primäre und sekundäre Alkohole können zu Aldehyden bzw. Ketonen oxidiert werden; tertiäre Alkohole sind unter normalen Bedingungen nicht oxidierbar. → Mehr dazu
Wie läuft die radikalische Substitution bei Alkanen ab?
Die radikalische Substitution verläuft in drei Schritten: Startreaktion (Homolytische Spaltung der Cl–Cl-Bindung durch UV-Licht → 2 Cl•), Kettenreaktion (Cl• + CH₄ → CH₃• + HCl; CH₃• + Cl₂ → CH₃Cl + Cl•) und Abbruchreaktion (zwei Radikale verbinden sich). Das Verhältnis der Produkte hängt von den Reaktionsbedingungen ab. → Radikalische Substitution
Lernkarten – Organische Chemie Klasse 10
Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.
1Was ist ein Alkan? Gib die allgemeine Summenformel an.
Kohlenwasserstoff mit ausschließlich Einfachbindungen (gesättigt).
Allg. Formel: CₙH₂ₙ₊₂
Beispiele: Methan CH₄, Ethan C₂H₆, Propan C₃H₈2Welche funktionellen Gruppen kennzeichnen Aldehyde und Ketone? Worin unterscheiden sie sich?
Beide besitzen die Carbonylgruppe C=O.
Aldehyd: C=O am Kettenende (R–CHO)
Keton: C=O in der Kette (R–CO–R')
→ Aldehyde sind oxidierbar, Ketone nicht.3Warum haben Alkohole höhere Siedepunkte als Alkane gleicher Kettenlänge?
Die –OH-Gruppe ermöglicht die Ausbildung von
Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Molekülen.
Diese sind stärker als die Van-der-Waals-Kräfte der Alkane
→ höhere Siedetemperatur4Was ist eine elektrophile Addition? An welchem Bindungstyp läuft sie ab?
Addition an die C=C-Doppelbindung (Alkene).
Ein Elektrophil (e−-armes Teilchen) greift die π-Elektronen an.
Beispiel: Ethen + HBr → Bromoethan
(Markownikow-Regel bei unsymmetrischen Alkenen)5Gib Summenformeln und funktionelle Gruppen für Ethanol, Ethanal und Ethansäure an.
Ethanol: C₂H₆O · –OH (Hydroxylgruppe)
Ethanal: C₂H₄O · –CHO (Aldehydgruppe)
Ethansäure: C₂H₄O₂ · –COOH (Carboxylgruppe)
Oxidationsreihe: Alkohol → Aldehyd → CarbonsäureWeiter auf w-hoelzel.de
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2.4 Vergleich: Ethen – Ethan
2.4 Vergleich: Ethen – Ethan
Aufgabe: vervollständige die Tabelle
Ethan Ethen Strukturformel Bindungswinkel 109,5 °
(= "_________________")
______° C-C-Bindungsabstand 154 pm 135 pm C-Bindungsenergie 348 kJ/mol 614 kJ/mol bevorzugter Reaktionstyp {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}
{/sliders}
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4.4 Der räumliche Bau von Molekülen
4.4 Der räumliche Bau von Molekülen
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Etwas genauer, mit mehr Abbildungen gibt es auf der Basischemie-Seite. Zum Lernen vielleicht besser geeignet. Den Tafelanschrieb gibt es aber komprimierter auf dieser Seite.
Übungsseiten zum räumlichen Bau von Molekülen
{/sliders}
Im Kugelwolkenmodell ordnen sich die vier energetisch gleichwertigen Orbitale tetraedrisch an. Durch die gegenseitige Abstoßung (durch die gleiche, negative Ladung der Elektronen) der „Elektronenwolke“ erreichen sie so den größtmöglichen Abstand voneinander: Tetraederwinkel: 109,5 °
a) Das Methan-Molekül (CH₄)
Die 4 Wasserstoff-Atome sind tetraedrisch um das Kohlenstoff-Atom angeordnet. Die bindenden Elektronenpaare haben somit den größtmöglichen Abstand voneinander.
b) Das Ammoniak-Molekül (NH₃):
Im Ammoniak-Molekül stoßen sich die drei bindenden und das eine freie Elektronenpaar gegenseitig ab. Die Winkel zwischen den bindenden Elektronenpaaren sind jedoch nur 107° (statt 109,5°).
Erklärung(durch Zusatzannahmen): Die „Elektronenwolke“ eines nichtbindenden Elektronenpaares nimmt einen größeren Raumbereich ein als die eines Bindungselektronenpaars. Sie drückt daher die anderen „Elektronenwolken“ etwas näher zusammen. Der Bindungswinkel wird kleiner.
Merke: Nichtbindende Elektronenpaare nehmen einen größeren Raum ein als bindende Elektronenpaare. Info für Interessierte: Das oben genanntes Modell ist ein vereinfachtes VSEPR-Modell (Abkürzung für englisch valence shell electron pair repulsion, deutsch Valenzschalen-Elektronenpaar-Abstoßung), auch EPA-Modell (Elektronenpaarabstoßungs-Modell)





