Brønsted-Säure

  • 02 Gleichgewichte

    Was du auf dieser Seite lernst

    Konzentrierte Schwefelsäure ist hygroskopisch – sie nimmt begierig Wasser aus der Luft auf. Auf dieser Seite untersuchst du, wie sich dabei ein dynamisches Gleichgewicht einstellt, und lernst die zweistufige Protolyse der Schwefelsäure mit Wasser kennen.

    Grundlagen aus der 9. Klasse

    Die Grundlagen zu Säure-Base-Reaktionen und der Bronsted-Definition hast du bereits in der 9. Klasse kennengelernt: → Säure-Base-Definition nach Brønsted (Kl. 9)

    2.1 Schwefelsäure – Wasserdampf – Gleichgewicht

    a) konzentrierte Schwefelsäure (H2SO4)

    • enthält Schwefelsäuremoleküle
    • zeichnet einmal die Strukturformel(n) (unter Berücksichtigung, dass die Edelgas-Regel erfüllt sein muss):
    Lösung: Strukturformel H2SO4

    Strukturformel der Schwefelsäure H2SO4 mit Elektronenpaaren und Ionenbildung durch Protolyse: Schwefelatom gibt zwei H-Atome ab und erhält Ladung 2+

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    Strukturformel der Schwefelsäure H2SO4 mit Ionenbildung – vergrößert
    • Konzentrierte Schwefelsäure ist geruchlos.
    • Siedetemperatur beträgt 300 °C.
    • Konzentrierte Schwefelsäure reagiert heftig mit Wasser unter Ionenbildung (Protolyse-Reaktion).

    Formuliert für die Reaktion der Schwefelsäure mit Wasser in zwei Stufen die Reaktionsgleichung in Summenformeln:

    Lösung: Reaktionsgleichungen (zweistufige Protolyse)

    H2SO4 + H2O  →  HSO4 + H3O+
    HSO4 + H2O  →  SO42− + H3O+

    b) Verdünnte Schwefelsäure
    Verdünnte Schwefelsäure enthält folgende Ionen und Moleküle; nennt diese:

    Lösung: Bestandteile verdünnter Schwefelsäure
    • H3O+ (Oxonium-Ion; früher Hydronium-Ion oder „Hydroxonium-Ion")
    • HSO4 (Hydrogensulfat-Ion)
    • SO42− (Sulfat-Ion; in geringer Konzentration)
    • H2O (Wasser; in großer Menge vorhanden)

    2.2 Langzeitversuch: Konzentrierte Schwefelsäure

    Versuchsdurchführung: In einen Zylinder 1 werden 100 ml konzentrierte Schwefelsäure gegeben. In einen Zylinder 2 werden zunächst 900 ml Wasser und dann vorsichtig 100 ml konzentrierte Schwefelsäure gegeben. Beide Zylinder werden mehrere Jahre offen im gleichen Zimmer stehengelassen.

    Langzeitversuch Schwefelsäure: Zylinder 1 mit 100 ml konzentrierter H2SO4 nimmt Wasser auf, Zylinder 2 mit 900 ml Wasser und 100 ml H2SO4 gibt Wasser ab – Endzustand zeigt gleiche Füllhöhe (dynamisches Gleichgewicht)

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    Langzeitversuch Schwefelsäure mit Gleichgewichtseinstellung – vergrößert

    Versucht eine Deutung dieses Versuchs:

    Lösung: Deutung des Langzeitversuchs
    • Zylinder 1 (konz. H2SO4) nimmt mehr H2O-Moleküle aus der Umgebungsluft auf, als er abgibt.
    • Zylinder 2 (verdünnte H2SO4) gibt mehr H2O-Moleküle an die Umgebungsluft ab, als er aufnimmt.
    • Nach einigen Jahren hat sich ein Gleichgewichtszustand eingestellt: Pro Zeiteinheit werden gleich viele H2O-Moleküle an die Umgebung abgegeben wie H2O-Moleküle in die Lösung aufgenommen werden.

    Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen

    Hygroskopie

    Konzentrierte H2SO4 ist hygroskopisch – sie zieht Wasser aus der Luft an. Je konzentrierter die Lösung, desto stärker diese Eigenschaft.

    Dynamisches Gleichgewicht

    Im Gleichgewicht sind Auf- und Abgabe von H2O-Molekülen gleich groß – es herrscht mikroskopische Aktivität bei makroskopischer Konstanz.

    Zweistufige Protolyse

    H2SO4 gibt in zwei Stufen je ein Proton ab. Im zweiten Schritt ist HSO4 eine schwächere Säure als H2SO4.

    Siedepunkt 300 °C

    Der hohe Siedepunkt von 300 °C erklärt sich durch starke zwischenmolekulare Kräfte (Wasserstoffbrücken und van-der-Waals-Kräfte).

    Häufige Fragen – Schwefelsäure-Gleichgewicht

    Was bedeutet „hygroskopisch" und warum ist konzentrierte Schwefelsäure so wassergierig?

    Als hygroskopisch bezeichnet man Stoffe, die Wasser aus der Umgebungsluft aufnehmen. Konzentrierte H2SO4 reagiert heftig mit Wasser unter starker Wärmefreisetzung (Protolyse). Da diese Reaktion sehr exotherm ist, liegt das Gleichgewicht stark auf der Seite der Produkte – die Säure „zieht" Wassermoleküle regelrecht aus der Luft, bis sich ein dynamisches Gleichgewicht eingestellt hat.

    Warum gibt verdünnte Schwefelsäure Wasser an die Luft ab, konzentrierte aber nicht?

    Der entscheidende Faktor ist der Wasserdampfdruck der Lösung. Verdünnte Schwefelsäure hat einen höheren Wasserdampfdruck als die Umgebungsluft → H2O-Moleküle verdunsten. Konzentrierte H2SO4 hat dagegen einen sehr niedrigen Wasserdampfdruck → sie nimmt Wasser auf. Im Langzeitversuch gleichen sich beide Zylinder auf einen gemeinsamen Gleichgewichtszustand an. Mehr dazu auf der Seite Verschiebung des Gleichgewichts.

    Was ist ein chemisches Gleichgewicht und woran erkennt man es?

    Ein chemisches Gleichgewicht liegt vor, wenn Hin- und Rückreaktion gleich schnell ablaufen. Äußerlich scheint die Reaktion zum Stillstand gekommen zu sein (makroskopische Konstanz), auf molekularer Ebene laufen aber ständig beide Richtungen ab (dynamisches Gleichgewicht). Im Langzeitversuch erkennt man das Gleichgewicht daran, dass sich die Füllhöhen der Zylinder nicht mehr verändern. Weitere Merkmale findest du auf der Seite Merkmale eines chemischen Gleichgewichts.

    Wie läuft die zweistufige Protolyse der Schwefelsäure mit Wasser ab?

    H2SO4 ist eine zweiprotonige Säure und gibt ihre Protonen in zwei Schritten ab:

    1. Stufe (vollständig):
    H2SO4 + H2O → HSO4 + H3O+

    2. Stufe (unvollständig):
    HSO4 + H2O ⇌ SO42− + H3O+

    Da HSO4 eine schwächere Säure ist, läuft die zweite Stufe nicht vollständig ab → daher enthält verdünnte Schwefelsäure sowohl SO42−- als auch HSO4-Ionen. Die Grundlagen zur Protolyse hast du in der 9. Klasse kennengelernt: Bronsted-Definition (Kl. 9).

    Warum darf man niemals Wasser zu konzentrierter Schwefelsäure geben?

    Die Reaktion von konz. H2SO4 mit Wasser ist stark exotherm. Gibt man Wasser zu Säure, kann sich das Wasser an der Oberfläche spontan in Dampf verwandeln, was zu einem explosionsartigen Verspritzen der Säure führt. Richtig ist daher: immer Säure langsam in Wasser geben, nie umgekehrt! Die thermodynamischen Hintergründe (Reaktionsenthalpie) findest du in der Einheit Enthalpie H (Energetik).

    Lernkarten – Schwefelsäure-Gleichgewicht

    Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.

    1

    Was bedeutet „hygroskopisch" und welcher bekannte Stoff zeigt diese Eigenschaft besonders stark?

    Hygroskopisch = Wasser aus der Luft aufnehmend. Konzentrierte H2SO4 ist ein typisches Beispiel: Sie kann sogar organische Stoffe durch Wasserentzug verkohlen.

    2

    Nenne die vier Teilchenarten, die in verdünnter Schwefelsäure vorhanden sind.

    H3O+ (Oxonium-Ion) · HSO4 (Hydrogensulfat-Ion) · SO42− (Sulfat-Ion, wenig) · H2O (viele Wassermoleküle)

    3

    Was passiert mit Zylinder 1 (konz. H2SO4) und Zylinder 2 (verd. H2SO4) im Langzeitversuch?

    Zylinder 1 nimmt H2O auf → Füllstand steigt. Zylinder 2 gibt H2O ab → Füllstand sinkt. Nach Jahren: gleiche Konzentration → dynamisches Gleichgewicht.

    4

    Schreibe die zweistufige Protolyse von H2SO4 mit Wasser auf.

    H2SO4 + H2O → HSO4 + H3O+
    HSO4 + H2O ⇌ SO42− + H3O+
    (Stufe 1 vollständig, Stufe 2 unvollständig)

    5

    Berechne die Stoffmenge H2SO4 in 100 ml konz. Schwefelsäure (ρ = 1,84 g/ml; w = 98 %; M = 98 g/mol).

    m(Lösung) = 100 ml · 1,84 g/ml = 184 g
    m(H2SO4) = 184 g · 0,98 = 180,3 g
    n = 180,3 g ÷ 98 g/mol ≈ 1,84 mol

    Weiter im Kapitel Gleichgewichtsreaktionen

    ← Calciumhydroxid-Gleichgewicht → Modellexperiment: Stechheberversuch

    🔁 Verwandte Seiten: Merkmale eines chemischen Gleichgewichts · Prinzip von Le Chatelier · Brønsted-Definition (Kl. 9)

  • 2.6 Phenole

    2.6 Phenole = Hydroxybenzole

    Vorkommen:

    02 06 00 ta a beispiele fuer phenole

     

    2.6.1 Monohydroxybenzol = Phenol

    a) Physikalische Eigenschaften

    • Smp.: 40,9; Sdp.: 181,9 °C
    • In Wasser nur mäßig löslich (bildet bei ZT eine Emulsion)
    • Starkes Zellgift, durch Haut resorbiert

    b) Chemische Eigenschaften

    • Oxidiert an Luft leicht ⇨ rötliche Färbung
    • Karbolsäure“: 2 %ige Säure; Desinfektion
    • Im Gegensatz zu Ethanol sauer:

    1. Phenol als schwache Säure
    pKS = 9,95

    02 06 01 a ta phenol reagiert mit wasser


    Grenzformeln des Phenolations

    02 06 01 c ta grenzformeln von phenolation

     

      Phenol Ethanol
    Säurestärke höher niedriger
    Induktiver Effekt

    02 06 01 d saeurestaerke phenol

    schwacher -I-Effekt ⇨ elektronenziehend

    ⇨ H⁺-Abgabe ist erleichtert

    02 06 01 e saeurestaerke ethanol

    +I-Effekt ⇨ Elektro-nenschiebend
    H⁺-Abgabe ist er-schwert.

     Anion: Mesomeriestabilisiert  konjungierte Base (Phenolat): negative Ladung ist über den ganzen Ring delokalisiert ⇨ stabilisiert! Keine Stabilisierung durch Mesomerien 
     Brønsted-Säure stärker  schwächer 
    Brønsted-Base schwächer  stärker 

     

    2.6.3 Synthese

    90% der Weltproduktion nach der Hock-Synthese

    Wirtschaftliches Verfahren, da auch Aceton nutzbar ist.

    siehe Heftaufschrieb

    2.6.4 Verwendung

    Herstellung von Kunststoffen (Polyamide, Phenoplasten, Phenolharzen und Polycarbonaten)

  • 2.9 Säure-Base-Reaktion mit Benzoesäure

    Was du auf dieser Seite lernst

    Am Beispiel der Benzoesäure lernst du, wie chemische Gleichgewichte in der Säure-Base-Chemie konkret aussehen. Du verstehst, warum schwache Säuren nicht vollständig reagieren, warum Benzoesäure sich kaum in Wasser löst – und wie die Zugabe einer starken Base oder starken Säure das Gleichgewicht vollständig auf eine Seite verschiebt.

    Grundlagen aus der 9. Klasse

    Die Grundlagen zu Säure-Base-Reaktionen hast du bereits in der 9. Klasse kennengelernt: → Säure-Base-Definition nach Brønsted (Kl. 9) · → Stärke von Säuren und Basen (Kl. 9)

    2.8 Allgemeines Zahlenbeispiel

      A + B C   +   D
    Vorher  1000   1000   0   0
    Nachher 1000 − X   1000 − X   X   X
    z.B. im GG    800   800   200   200

    2.9 Säure-Base-Reaktionen mit Benzoesäure

    Übersicht Benzoesäure-Gleichgewicht: Protolyse, Löslichkeit und Gleichgewichtslage als Arbeitsblatt

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    Benzoesäure-Gleichgewicht Übersicht – vergrößert

    a) Benzoesäure + Wasser

    Man gibt feste Benzoesäure in Wasser. Dabei beobachtet man, dass die Benzoesäure als weiße Substanz oben auf dem Wasser schwimmt. Auch mit Schütteln löst sie sich nicht auf.

    Frage: Warum löst sich Benzoesäure nicht in Wasser? Dafür muss man sich einmal Benzoesäure anschauen (Hinweis: Benzoesäure ist noch vereinfacht „falsch" geschrieben, da wir die Aromaten erst später genauer betrachten).

    Strukturformel der Benzoesäure: Benzolring mit Carboxylgruppe –COOH

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    Strukturformel Benzoesäure – vergrößert

    Erklärt, warum Benzoesäure nur schlecht in Wasser löslich ist!

    Lösung: Löslichkeit der Benzoesäure

    Bei Benzoesäure ist ein großer Teil unpolar (der Benzolring). Der polare Teil (die –COOH-Gruppe) ist kleiner. Die Benzoesäure kann zwar mit Wasser H-Brücken ausbilden, aber der große unpolare Rest sorgt für eine schlechte Löslichkeit.

    Benzoesäure mit polarem und unpolaremAnteil – Erklärung der geringen Wasserlöslichkeit

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    Hinweis: Ähnliches löst sich in Ähnlichem.

    Benzoesäure polar/unpolar – vergrößert

    Zusammenfassung Beobachtung: wenig löslich in Wasser; die Lösung reagiert schwach sauer.

    Formuliert die Reaktionsgleichung für die Reaktion von Benzoesäure mit Wasser mit bindenden und nichtbindenden Elektronenpaaren (Hinweis: Benzoesäure ist jetzt schon etwas vereinfacht geschrieben, indem die H-Atome am Ring weggelassen wurden).

    Lösung: Reaktionsgleichung Benzoesäure + Wasser

    Reaktionsgleichung Benzoesäure plus Wasser – Protolysegleichgewicht mit bindenden und nichtbindenden Elektronenpaaren

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    Es findet nur eine schwache Reaktion mit H2O statt. Es reagieren nur wenige Benzoesäuremoleküle. Das Gleichgewicht liegt links.

    Benzoesäure und Wasser – Reaktionsgleichung vergrößert

    b) Benzoesäure + Natronlauge (Neutralisation)

    Man gibt vorsichtig Natronlauge zu und schüttelt die Lösung, bis die Benzoesäure vollständig aufgelöst ist.
    Beobachtung: Es entsteht eine klare Lösung.

    Formuliert hierfür auch wieder eine Reaktionsgleichung mit bindenden und nichtbindenden Elektronenpaaren.

    Lösung: Reaktionsgleichung Benzoesäure + Natronlauge

    Reaktionsgleichung Benzoesäure und Natronlauge – Bildung von Natriumbenzoat, vollständige Reaktion

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    Benzoesäure und Natronlauge – Reaktionsgleichung vergrößert

    Die Benzoesäuremoleküle reagieren praktisch vollständig (das Gleichgewicht liegt weit auf der rechten Seite).

    c) Gelöstes Natriumbenzoat + verd. Salzsäure

    Die klare Natriumbenzoat-Lösung wird mit verdünnter Salzsäure versetzt.
    Beobachtung: Die klare Lösung wird trübe. Eine weiße, pulverartige Substanz schwimmt wieder auf der Oberfläche.

    Lösung: Reaktionsgleichung Natriumbenzoat + Salzsäure

    Reaktionsgleichung Natriumbenzoat und Salzsäure – Rückbildung der Benzoesäure als Feststoff

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    Natriumbenzoat und Salzsäure – Reaktionsgleichung vergrößert

    Feste Benzoesäure scheidet sich ab; die Benzoat-Anionen reagieren praktisch vollständig.


    Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen

    SCHWACHE SÄURE

    Benzoesäure ist eine schwache Säure: das Gleichgewicht mit Wasser liegt links – es reagieren nur wenige Moleküle.

    LÖSLICHKEIT

    Der große unpolare Benzolring überwiegt die polare –COOH-Gruppe: Benzoesäure ist deshalb wenig wasserlöslich.

    STARKE BASE

    Natronlauge (starke Base) lässt Benzoesäure vollständig reagieren → klare Natriumbenzoat-Lösung entsteht.

    STARKE SÄURE

    Salzsäure (starke Säure) verdrängt Benzoesäure aus dem Benzoat-Salz → weißer Feststoff fällt wieder aus.

    Häufige Fragen – Benzoesäure-Gleichgewicht

    Warum löst sich Benzoesäure kaum in Wasser?

    Benzoesäure besteht aus einem großen unpolaren Benzolring und einer kleineren polaren Carboxylgruppe (–COOH). Da „Ähnliches Ähnliches löst", ist der unpolare Anteil so dominant, dass die Wasserlöslichkeit sehr gering bleibt – obwohl die –COOH-Gruppe H-Brücken zu Wasser ausbilden kann. Mehr zur Struktur von Benzol und seinen Derivaten: → Aromaten (Kursstufe).

    Warum liegt das Gleichgewicht von Benzoesäure + Wasser auf der linken Seite?

    Benzoesäure ist eine schwache Säure: Sie gibt Protonen nur in geringem Umfang an Wasser ab. Im Gleichgewicht überwiegen daher die Edukte (undissoziierte Benzoesäure + Wasser) gegenüber den Produkten (Benzoat-Ion + Hydronium-Ion). Man sagt: das Gleichgewicht liegt links. Ein kleiner Kc-Wert (Ks ≈ 6,3 · 10−5) bestätigt das. Grundlagen zur Gleichgewichtslage: → Merkmale eines chemischen Gleichgewichts.

    Was geschieht, wenn man Benzoesäure mit Natronlauge versetzt?

    Natronlauge enthält OH-Ionen (eine starke Base). Diese reagieren mit der Benzoesäure vollständig zu Natriumbenzoat (C6H5COO Na+) und Wasser. Das Benzoat-Ion ist gut wasserlöslich → die zuvor trübe Suspension wird klar. Diese vollständige Reaktion ist möglich, weil NaOH eine viel stärkere Base ist als Wasser. Verwandte Grundlagen: → Neutralisation (Kl. 9).

    Was passiert beim Ansäuern von Natriumbenzoat-Lösung mit Salzsäure?

    Salzsäure (HCl) ist eine starke Säure und gibt bereitwillig Protonen an das Benzoat-Ion ab. Dabei wird Benzoesäure zurückgebildet, die sich wegen ihrer geringen Wasserlöslichkeit sofort als weißer Feststoff abscheidet (Lösung wird trüb). Stärkere Säuren verdrängen schwächere Säuren aus ihren Salzen – ein direktes Anwendungsbeispiel des Stärke-Prinzips von Säuren und Basen (Kl. 9).

    Wie berechnet man Kc für das allgemeine Zahlenbeispiel A + B ⇌ C + D?

    Im Zahlenbeispiel liegen im Gleichgewicht vor: A = 800, B = 800, C = 200, D = 200 (gleiche Einheit, z. B. mmol/L). Das Massenwirkungsgesetz ergibt:

    Kc = [C] · [D] / ([A] · [B]) = 200 · 200 / (800 · 800) = 40.000 / 640.000 ≈ 0,0625

    Ein Kc < 1 zeigt: die Edukte überwiegen im Gleichgewicht (Gleichgewicht liegt links). Mehr dazu: → Massenwirkungsgesetz (MWG).

    Lernkarten – Benzoesäure-Gleichgewicht

    Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.

    1

    Was versteht man unter einer schwachen Säure – und wo liegt ihr Gleichgewicht?

    Eine schwache Säure gibt Protonen nur in geringem Umfang ab. Das Gleichgewicht liegt auf der Seite der Edukte (undissoziierte Säure überwiegt). Ks ist klein (≪ 1).

    2

    Warum ist Benzoesäure nur wenig in Wasser löslich?

    Der große unpolare Benzolring überwiegt die polare –COOH-Gruppe. Da ähnliches ähnliches löst, bleibt Benzoesäure in Wasser weitgehend unlöslich.

    3

    Was beobachtet man beim Zugeben von Natronlauge zur Benzoesäure-Suspension?

    Die trübe Suspension wird klar. Benzoesäure reagiert vollständig mit OH zu gut löslichem Natriumbenzoat. Die starke Base verschiebt das Gleichgewicht vollständig nach rechts.

    4

    Was passiert, wenn man Natriumbenzoat-Lösung mit verdünnter Salzsäure ansäuert?

    Die klare Lösung wird trübe: Benzoesäure wird zurückgebildet und fällt als weißer Feststoff aus. HCl (starke Säure) verdrängt Benzoesäure (schwache Säure) aus ihrem Salz.

    5

    Rechenaufgabe: A + B ⇌ C + D. Im GG: [A] = [B] = 0,80 mol/L, [C] = [D] = 0,20 mol/L. Berechne Kc und gib die Gleichgewichtslage an.

    Kc = (0,20 · 0,20) / (0,80 · 0,80) = 0,04 / 0,64 ≈ 0,0625
    Kc < 1 → Gleichgewicht liegt links (Edukte überwiegen).

    Weiter im Kapitel Gleichgewichtsreaktionen

    ← 2.6/2.7 Schreibweise und Kollisionsmodell → 2.10 Verschiebung des Gleichgewichts

    ← 2.5 Estergleichgewicht → 2.12 Massenwirkungsgesetz

    🔁 Grundlagen: Brønsted-Definition (Kl. 9) · Stärke von Säuren und Basen (Kl. 9) · Neutralisation (Kl. 9)

    🔗 Weiterführend: Aromaten – Benzol und Derivate (Kursstufe) · Autoprotolyse und pH-Wert (Kursstufe)

  • 3 Protolyse-Reaktionen

    Was du auf dieser Seite lernst

    Chlorwasserstoff-Gas (HCl) reagiert mit Wasser zu Oxonium- und Chlorid-Ionen – das ist eine Protolyse-Reaktion nach Brønsted. Du lernst den Springbrunnenversuch zu erklären, Reaktionsgleichungen in Summenformel- und Lewis-Schreibweise aufzustellen und das Protolysen-Schema (Bergab-Reaktion) zu lesen und anzuwenden.

    3 Protolyse-Reaktionen

    3.1 Chlorwasserstoff-Gas und Wasser (Springbrunnen)

    Chlorwasserstoff: Summenformel HCl  ·  polare Atombindung  ·  Gas  ·  stechender Geruch
    Wasser: Summenformel H2O  ·  polare Atombindung  ·  Flüssigkeit  ·  geruchslos

    Lewis-Formeln

    H — Cl: Chlorwasserstoff
    H — O: Wasser
        |
        H

    ↗ Bild mit Elektronenpaar-Darstellung ansehen

    Lewis-Formeln von Chlorwasserstoff HCl und Wasser H2O mit freien Elektronenpaaren und polaren Atombindungen

    a) Versuch:

    Springbrunnenversuch: Rundkolben mit Chlorwasserstoff-Gas über Becherglas mit Wasser und Universalindikator – HCl löst sich in Wasser, Unterdruck saugt Wasser hoch

    ↑ Zum Vergrößern klicken

    Springbrunnenversuch mit Chlorwasserstoff und Wasser – vergrößert

    ⚠️ Hinweis: Im Bild steht „Chorwasserstoff" – korrekte Schreibweise: Chlorwasserstoff.

    b) Beobachtung:
    Das Wasser „schießt" bergauf in den Rundkolben. Die Indikatorfarbe schlägt nach rot/gelb um. Die rote wässrige Lösung ist geruchlos.

    c) Reaktionsgleichung – Struktur/Lewisformel:

    Es gibt zwei mögliche Reaktionsgleichungen (wenn man zunächst die Säurestärke vernachlässigt). Welche zwei Reaktionsgleichungen sind das?

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    1. Möglichkeit – HCl als Säure, H2O als Base (korrekte Reaktion):

    H2O(l)  +  HCl(g)  ⟶  H3O+(aq)  +  Cl(aq)

    Wasser        Chlorwasserstoff        Oxonium-Ion     Chlorid-Ion

    ⇒ bildet zusammen: „Salzsäure"

    ↗ Bild mit Lewis-Formel ansehen

    Reaktionsgleichung 1. Möglichkeit: HCl gibt H+ an H2O ab – H3O+ und Cl- entstehen (Lewis-Formel)

    2. Möglichkeit – H2O als Säure, HCl als Base:

    Reaktionsgleichung 2. Möglichkeit: H2O gibt H+ an HCl ab – Hydroxid-Ion OH- und H2Cl+ entstehen (Lewis-Formel-Darstellung)

    ↑ Zum Vergrößern klicken

    2. Möglichkeit – H2O als Säure, Lewis-Formel mit Elektronenpaaren – vergrößert

    Chlorwasserstoff ist die stärkere Säure, Hydroxid-Ion (OH) wäre eine sehr starke Base. Durch Elektrolyse wird die 1. Möglichkeit bestätigt: HCl wirkt als Säure.

    {/sliders}

    Nachweis der gebildeten Ionen:

    • Leitfähigkeitsmessung: Die Lösung leitet elektrischen Strom → Ionen sind vorhanden.
    • Elektrolyse: An der Anode (Pluspol) entsteht Cl2-Gas → Chlorid-Ionen (Cl) müssen vorliegen.

    Elektrolyse von Salzsäure im U-Rohr – Nachweis von Chlorid-Ionen durch Chlorgas-Entwicklung an der Anode

    ↑ Zum Vergrößern klicken

    Elektrolyse von Salzsäure im U-Rohr – vergrößert
    • Indikator: Bromthymolblau färbt gelb → Oxonium-Ionen (H3O+) sind vorhanden.

    Komplette Lösung:

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    Reaktionsgleichung (Lewis-Formel):

    Vollständige Reaktionsgleichung in Lewis-Schreibweise: H2O plus HCl Gleichgewicht H3O+ plus Cl- mit Elektronenpaaren und Protonenübertragungs-Pfeil

    ↑ Zum Vergrößern klicken

    Vollständige Reaktionsgleichung HCl und H2O in Lewis-Schreibweise – vergrößert

    Reaktionsgleichung (Summenformel):

    H2O(l)  +  HCl(g)  ⇌  H3O+(aq)  +  Cl(aq)

    Wasser       Chlorwasserstoff       Oxonium-Ion     Chlorid-Ion

    „Salzsäure"

    ↗ Bild ansehen

    Reaktionsgleichung H2O und HCl als Summenformel mit Produkten Oxonium-Ion und Chlorid-Ion – Salzsäure

    Verdünnte Salzsäure enthält hydratisierte Oxonium- und Chlorid-Ionen sowie Wassermolekule.

    d) Protolysen-Schema:

    Protolysen-Schema („Bergab-Reaktion“) Säuren Basen HCl Cl⁻ H₃O⁺ H₂O H⁺

    Originalbild des Protolysen-Schemas ansehen

    Protolysen-Schema: HCl überträgt H+ auf H2O – Bergab-Reaktion mit Säuren- und Basen-Stärke-Dreiecken – vergrößert {/sliders}

    e) Erklärung:
    Chlorwasserstoff-Gas reagiert mit Wasser zu Oxonium-Ionen (H3O+) und Chlorid-Ionen (Cl). Im Kolben entsteht durch das vollständige Auflösen ein Unterdruck. Die H3O+-Ionen färben den Universalindikator bzw. Bromthymolblau rot/gelb.

    Salzsäure = wässrige Lösung des Gases Chlorwasserstoff

    Leitet man sehr viel HCl-Gas in Wasser ein, reagieren nicht mehr alle HCl-Moleküle mit H2O. Diese HCl-Moleküle liegen „gelöst" vor – es entsteht rauchende bzw. konzentrierte Salzsäure.

    Leitfähigkeit Geruch Indikatorpapier Teilchen
    Verdünnte Salzsäure + rot H2O, H3O+, Cl
    Rauchende Salzsäure + + rot H2O, H3O+, Cl, HCl

    Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen

    Protolyse (Brønsted)

    Eine Protolyse ist die Übertragung eines Protons (H+) vom Protonendonator (Säure) auf den Protonenakzeptor (Base).

    Springbrunnen

    HCl löst sich vollständig in H2O auf → Ionen bilden sich → Unterdruck entsteht → Atmosphärendruck drückt Wasser hoch.

    Bergab-Reaktion

    Das Proton wandert von der stärkeren Säure (HCl) zur stärkeren Base (H2O) – immer zur schwächeren Säure/Base hin.

    Salzsäure

    Salzsäure = wässrige Lösung von HCl. Enthält H3O+, Cl und H2O; konzentriert zusätzlich gelöstes HCl.

    Häufige Fragen – Protolyse-Reaktionen

    Warum schießt das Wasser beim Springbrunnenversuch in den Kolben?

    HCl-Gas reagiert sofort mit dem eingetretenen Wasser zu H3O+- und Cl-Ionen. Dadurch sinkt der Gasdruck im Kolben stark. Der Atmosphärendruck drückt das Wasser durch das Glasrohr nach oben – der „Springbrunnen-Effekt". Die Indikatorfarbe zeigt: die Lösung ist sauer (H3O+-Ionen).

    Was ist der Unterschied zwischen Chlorwasserstoff und Salzsäure?

    Chlorwasserstoff (HCl) ist ein farbloses Gas mit stechendem Geruch. Salzsäure ist die wässrige Lösung dieses Gases: HCl löst sich in H2O und bildet dabei Oxonium-Ionen (H3O+) und Chlorid-Ionen (Cl). Verdünnte Salzsäure ist geruchlos, da kein HCl mehr als Gas vorliegt.

    Was versteht man unter einer Protolyse nach Brønsted?

    Nach Brønsted ist eine Säure ein Protonendonator (gibt H+ ab) und eine Base ein Protonenakzeptor (nimmt H+ auf). Eine Protolyse ist die Übertragung eines Protons. Das Protolysen-Schema zeigt: Die Reaktion läuft stets von der stärkeren Säure/Base zu den schwächeren Produkten – die sogenannte Bergab-Reaktion. Mehr dazu: Brønsted-Definition (Kl. 9).

    Wie weist man Chlorid-Ionen in Salzsäure nach?

    Durch Elektrolyse: An der Anode (Pluspol) entwickelt sich Chlorgas (Cl2), das durch Oxidation von Cl entsteht – direkter Nachweis. Außerdem fällt bei Zugabe von Silbernitrat-Lösung (AgNO3) ein weißer Niederschlag aus Silberchlorid (AgCl) aus.

    Was enthält rauchende Salzsäure im Vergleich zu verdünnter Salzsäure?

    Verdünnte Salzsäure enthält nur H2O, H3O+ und Cl – alles HCl hat mit Wasser reagiert. In konzentrierter (rauchender) Salzsäure ist so viel HCl gelöst, dass nicht mehr alle Moleküle mit H2O reagieren können. Sie liegen als undissoziiertes HCl vor → stechender Geruch, „Rauchen" an feuchter Luft. Mehr zur Konzentration: Konzentration von Lösungen (Kl. 9).

    Lernkarten – Protolyse von Chlorwasserstoff

    Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.

    1

    Was ist eine Protolyse-Reaktion nach Brønsted?

    Übertragung eines Protons (H+) vom Protonendonator (Säure) auf den Protonenakzeptor (Base).

    2

    Erkläre den Springbrunnenversuch mit HCl!

    HCl löst sich schnell in H2O → Ionenbildung → Gasdruck sinkt → Atmosphärendruck drückt Wasser nach oben in den Kolben.

    3

    Warum wirkt HCl als Säure und H2O als Base?

    HCl ist die stärkere Säure. Im Protolysen-Schema reagiert immer die stärkere Säure mit der stärkeren Base (Bergab-Reaktion).

    4

    Welche Teilchen enthält verdünnte vs. rauchende Salzsäure?

    Verdünnt: H2O, H3O+, Cl
    Rauchend: zusätzlich gelöstes HCl → stechender Geruch

    5

    Berechne: Welche Masse HCl (M = 36,5 g/mol) steckt in 250 mL 0,2-mol/L-Salzsäure?

    n = c · V = 0,2 mol/L · 0,25 L = 0,05 mol
    m = n · M = 0,05 mol · 36,5 g/mol = 1,825 g

    Weiter im Kapitel Säure-Base-Reaktionen

    → 3.2 Chlorwasserstoff und Ammoniak → Brønsted-Definition → Stärke von Säuren und Basen

    🔗 Verwandte Themen: pH-Wert und Oxonium-Ionen  ·  Konzentration von Lösungen  ·  Neutralisation

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  • 3.2 Ammoniak-Gas + Wasser

    Was du auf dieser Seite lernst

    Ammoniak ist ein Gas, das sich außergewöhnlich gut in Wasser löst – das zeigt der Springbrunnenversuch eindrucksvoll. Du lernst, wie Ammoniak mit Wasser nach der Brønsted-Theorie reagiert (Protolyse), warum dabei eine basische Lösung entsteht, und verstehst im Exkurs, warum Sprudelwasser sauer ist und wie man daraus den pH-Wert berechnet.

    Grundlagen aus der 9. Klasse

    Die Grundlagen zur Brønsted-Theorie (Protonendonator / Protonenakzeptor) hast du bereits in der 9. Klasse kennengelernt: → Brønsted-Theorie (Kl. 9) · → Säure-Base-Reaktionen (Kl. 9)

    3.2 Ammoniak-Gas + Wasser (Springbrunnen 2)

    a) Versuch

    Springbrunnenversuch mit Ammoniak-Gas: NH3 löst sich in Wasser, Unterdruck entsteht im Rundkolben, Wasser steigt auf, Universalindikator färbt sich blau (basische Lösung)

    ↑ Zum Vergrößern klicken

    Springbrunnenversuch Ammoniak – vergrößert: Unterdruck durch Lösung von NH3 in Wasser

    b) Beobachtung

    Das Wasser „schießt" bergauf in den Rundkolben. Die Indikatorfarbe schlägt nach blau um. Die blaue wässrige Lösung riecht nach Ammoniak.

    c) Erklärung

    Ammoniak-Gas löst sich sehr gut in Wasser und reagiert teilweise mit Wasser. Im Kolben entsteht durch das Lösen des Gases ein starker Unterdruck. Die entstehenden Hydroxid-Ionen (OH⁻) färben den Universalindikator blau.

    d) Reaktionsgleichung (mit Strukturformeln und Summenformeln)

    Versuche die Gleichung erst selbst zu formulieren!

    Lösung: Reaktionsgleichung anzeigen

    Protolyse von Ammoniak mit Wasser: NH3 + H2O ⇌ NH4+ + OH- mit Strukturformeln und Summenformeln, Protonenübertragung vom Wasser auf Ammoniak

    Reaktionsgleichung Protolyse Ammoniak Wasser – vergrößert

    Formuliere nun das Protolyseschema:

    Lösung: Protolyseschema anzeigen

    e) Protolyseschema

    Protolyseschema Ammoniak-Wasser: konjugierte Säure-Base-Paare NH3/NH4+ und H2O/OH-, Protonenübertragungspfeile, Brønsted-Notation

    Protolyseschema Ammoniak Wasser – vergrößert

    Exkurs: Was macht den Sprudel sauer?

    Kohlenstoffdioxid reagiert beim Lösen in Wasser im Gleichgewicht zu Kohlensäure:

    CO₂ (g) + H₂O (l) ⇌ „H₂CO₃" (aq)  – instabil (→ Erlenmeyer-Regel: zwei OH-Gruppen am selben C-Atom sind nicht beständig)

    1. Protolysestufe:  H₂CO₃ (aq) + H₂O (l) ⇌ HCO₃⁻ (aq) + H₃O⁺ (aq)

    2. Protolysestufe:  HCO₃⁻ (aq) + H₂O (l) ⇌ CO₃²⁻ (aq) + H₃O⁺ (aq)

    Nachweis der H₃O⁺-Ionen durch:

    1. Geschmack (sauer)
    2. pH-Papier
    3. pH-Meter

    Messwert: pH(Sprudel) = 5,1

    Berechnung der Oxoniumionen-Konzentration:

    pH = −lg c(H₃O⁺)

    c(H₃O⁺) = 10−pH = 10−5,1 ≈ 7,9 · 10−6 mol/L


    Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen

    Springbrunneneffekt

    NH₃ löst sich so gut in Wasser, dass im Kolben ein starker Unterdruck entsteht – das Wasser „schießt" nach oben in den Rundkolben.

    Protolyse (Brønsted)

    NH₃ + H₂O ⇌ NH₄⁺ + OH⁻. NH₃ ist Protonenakzeptor (Base), H₂O ist Protonendonator (Säure). Lösung basisch (pH > 7).

    Erlenmeyer-Regel

    H₂CO₃ ist instabil – zwei OH-Gruppen am selben C-Atom sind nicht beständig. H₂CO₃ zerfällt sofort in CO₂ und H₂O.

    pH-Rechnung

    pH = −lg c(H₃O⁺)  ·  c(H₃O⁺) = 10−pH
    Sprudel: pH 5,1 → c(H₃O⁺) ≈ 7,9 · 10−6 mol/L

    Häufige Fragen – Ammoniak und Wasser

    Warum steigt beim Springbrunnenversuch das Wasser von selbst auf?

    Ammoniak löst sich außergewöhnlich gut in Wasser (ca. 700 Liter NH₃ in 1 Liter Wasser bei Raumtemperatur). Sobald Wasser mit dem Ammoniak-Gas in Berührung kommt, löst sich das Gas nahezu vollständig. Der Gasdruck im Kolben fällt schlagartig ab – es entsteht ein starker Unterdruck. Der Atmosphärendruck drückt daraufhin das Wasser durch die Glasspitze nach oben in den Kolben.

    Ist NH₃ in Wasser eine Säure oder eine Base?

    Nach Brønsted ist NH₃ eine Base: Es nimmt ein Proton (H⁺) vom Wasser auf und bildet das Ammoniumion NH₄⁺. Gleichzeitig gibt Wasser ein Proton ab und wird zur konjugierten Base OH⁻. Die Reaktion verläuft als Gleichgewicht:
    NH₃ (aq) + H₂O (l) ⇌ NH₄⁺ (aq) + OH⁻ (aq)
    Da OH⁻-Ionen entstehen, ist die Lösung basisch (pH > 7), was der Universalindikator durch Blaufärbung anzeigt.

    Was bedeutet „konjugiertes Säure-Base-Paar"?

    Ein konjugiertes Säure-Base-Paar unterscheidet sich nur um ein Proton H⁺. Bei der Ammoniak-Protolyse gibt es zwei solche Paare:

    • NH₄⁺ / NH₃ – NH₄⁺ ist die Säure, NH₃ die konjugierte Base
    • H₂O / OH⁻ – H₂O ist die Säure, OH⁻ die konjugierte Base

    Das Protolyseschema stellt diese Paare mit Pfeilen dar und zeigt, in welche Richtung das Proton wandert. Mehr dazu auf der Seite → Brønsted-Theorie.

    Was ist die Erlenmeyer-Regel und wozu braucht man sie?

    Die Erlenmeyer-Regel besagt: Verbindungen, bei denen zwei Hydroxyl-Gruppen (OH) an demselben Kohlenstoffatom gebunden sind, sind instabil und wandeln sich spontan um. Kohlensäure H₂CO₃ hätte formal zwei OH-Gruppen am gleichen C-Atom – sie ist daher so instabil, dass sie sofort in CO₂ und H₂O zerfällt. Diese Regel erklärt, warum im Sprudelwasser kein stabiles H₂CO₃ vorliegt, sondern CO₂ im Gleichgewicht mit Wasser steht und dabei H₃O⁺-Ionen entstehen.

    Wie berechnet man aus dem pH-Wert die Oxoniumionen-Konzentration?

    Formel: pH = −lg c(H₃O⁺), umgestellt: c(H₃O⁺) = 10−pH

    Beispiel Sprudel mit pH = 5,1:
    c(H₃O⁺) = 10−5,1 ≈ 7,9 · 10−6 mol/L

    Zum Vergleich: Reines Wasser hat c(H₃O⁺) = 10−7 mol/L (pH = 7). Weitere Berechnungen findest du auf der Seite → pH-Wert berechnen.

    Lernkarten – Ammoniak und Wasser

    Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen.

    1

    Warum entsteht beim Springbrunnenversuch ein Unterdruck im Kolben?

    NH₃ löst sich extrem gut in Wasser → Gas verschwindet aus der Gasphase → Druck sinkt → Unterdruck → Atmosphärendruck drückt Wasser nach oben.

    2

    Formuliere die vollständige Protolysegleichung von NH₃ mit Wasser.

    NH₃ (aq) + H₂O (l) ⇌ NH₄⁺ (aq) + OH⁻ (aq)
    NH₃ = Base (Protonenakzeptor)
    H₂O = Säure (Protonendonator)

    3

    Nenne die beiden konjugierten Säure-Base-Paare bei der Ammoniak-Protolyse.

    Paar 1: NH₄⁺ (Säure) / NH₃ (Base)
    Paar 2: H₂O (Säure) / OH⁻ (Base)

    4

    Warum ist Sprudelwasser sauer, obwohl H₂CO₃ instabil ist?

    CO₂ reagiert im Gleichgewicht mit H₂O. Auch ohne stabiles H₂CO₃ entstehen durch Protolyse H₃O⁺-Ionen (Erlenmeyer-Regel) → saure Lösung (pH ≈ 5,1).

    5

    Berechne: Ein Sprudel hat pH = 4,5. Wie groß ist c(H₃O⁺)?

    c(H₃O⁺) = 10−pH = 10−4,5 ≈ 3,2 · 10−5 mol/L

    Weiter im Kapitel Säure-Base-Reaktionen

    ← 3 Protolyse-Reaktionen (Übersicht) → 3.3 Neutralisation

    🔁 Grundlagen (Kl. 9): Säure-Base-Reaktionen (Kl. 9) · Brønsted-Theorie (Kl. 9) · Neutralisation (Kl. 9)

    📈 Vertiefung: pH-Wert berechnen · pKB-Wert (Basestärke) · Pufferlösung

  • 4 Allgemeine Säure-Base-Definition nach Brønsted (1923)

    4 Allgemeine Säure-Base-Definition nach Brønsted (1923)

    a) Säuren...

    ... sind Teilchen, die Protonen abgeben können (= Protonendonator, „Protonenspender“).
    Die Teilchen enthalten positivierte H-Atome (Die Bindung zum H-Atom muss polar sein):

    Säure = Protonendonator - allgemeiner Bau 

    Wasserstoffatome bestehen nur aus Protonen und Elektronen. Eine Säure besitzt ein Wasserstoffatom, wobei das Elektron von dem Wasserstoffatom „stark“ angezogen wird. Kommt es zu einer Säure-Base-Reaktion (Protolyse), dann wird vereinfacht ausgedrückt nur das Proton des Wasserstoffatoms abgegeben. Das Elektron der Wasserstoffatoms bleibt beim Teilchen zurück (vgl. dazu alle vorher genannten Beispiele).


    b) Basen...

    sind Teilchen, die Protonen aufnehmen können (= Protonenakzeptor, „Protonenräuber“). Die Teilchen enthalten mindestens ein freies Elektronenpaar.

    Base = Protonenakzeptor: enthält ein freies Elektronenpaar

    Dieses freie Elektronenpaar „nimmt“ dann den positiven Wasserstoffkern (Proton) „auf“.

    c) Übung

    Im folgenden ist die Lewis-Formel (Strukturformel) von Wasser abgebildet. Gehört dieses Molekül zu einer Brønsted-Säure oder -Base? Schaut Euch dafür nochmals die Definitionen an. 

    Wasser: Lewis-Formel (Strukturformel)

     

    {slider title="Lösung: Was ist Wasser? Eine Säure oder Base?" open="false" class="icon"}

    Wasser kann (je nach Reaktionspartner) beides sein. Es kann ein Proton (H⁺) abgeben [es hat ja positivierte Wasserstoff-Atome], wie auch aufnehmen [es hat ja auch freie Elektronenpaare]. 

    Dafür gibt es eine neue Bezeichnung: Wasser ist ein Ampholyt

    {/sliders}

     

    c) Ampholyte

    Ampholyte können sowohl als Säuren, wie auch als Basen reagieren. Sie müssen also freie Elektronenpaare (für die Funktion als Basen) wie auch positivierte Wasserstoff-Atome (Funktion als Säure) besitzen. 

     

  • 5 Stärke von Säuren und Basen

    5 Stärke von Säuren und Basen - Säurestärke und Molekülstruktur

    Hinweis 1: Das Kapitel stammt aus dem Oberstufenbereich. Ich halte es für das Verständnis für Säure-Base-Reaktionen wichtig, weil man sonst bei einer Reaktion mit zwei Ampholyten (z.B. Wasser und Ammoniak) gar nicht weiß, wer die Säure ist und wer als Base funktioniert. 

    Hinweis 2: Auch hier ist es von Vorteil, wenn man ein Periodensystem der Elemente zur Hand hat.

    Brønsted-Theorie
    Säurestärke ist die Tendenz Protonen abzugeben. 
    Basenstärke Tendenz Protonen aufzunehmen.

    Bsp.   HCl             +    H₂O         →     H₃O⁺         +    Cl⁻ 
               Säure 1            Base 2            Säure 2           Base 1

    Info: Supersäuren = Säuren die stärker als H₂SO₄ sind. 

    Je stärker die Säure desto schwächer die konjugierte (korrespondierende) Base.

    5.1 Binäre Säuren. 

    Faktoren für Säurestärke von Bedeutung:

    • Elektronegativität (innerhalb einer Periode)
    • Atomgröße (innerhalb einer Gruppe)


    a) innerhalb einer Periode (binäre H-Verbindungen)
    Säurestärke nimmt mit der EN zu (Atomgrößenunterschiede sind „zu“ gering) 
    ⇨ Elektronen werden stärker dem H-Atom entzogen ⇨ erleichterte Protonenabspaltung. 

    Bsp.:

    2. Periode: 
    Zunahme der EN:                            N     < O     < F
    Zunahme der Säurestärke              NH₃ < H₂O < HF
    Gegenüber Wasser                          Base               Säure


    3. Periode 
    Zunahme der EN:                             P       < S       < Cl
    Zunahme der Säurestärke              PH₃    < H₂S   < HCl


    b) innerhalb einer Gruppe (binäre H-Verbindungen):
    Säurestärke nimmt mit der Atomgröße zu (stärkere Auswirkung als Elektronegativität) 
    ⇨  bei einem großen Atom ist die Valenzelektronenwolke auf einem größeren Raum verteilt ⇨ H⁺ ist weniger fest gebunden.

    H₂O < H₂S < H₂Se < H₂Te
    HF < HCl < HBr < HI

    5.2 Oxosäuren 

     

    Sauerstoff hat in etwa die gleiche Größe 

    a) EN von Z ist entscheidend
    Je größer die EN von Z, desto stärker ist die Säure (-I-Effekt).

    HOI                                    < HOBr                                  < HOCl
    hyopoiodige Säure           hypobromige                         hypochlorige Säure

    b) An Z sind weitere O-Atome gebunden ⇨ stärkerer –I-Effekt (bzw. höhere Formalladung am Z. )

     

     hypochlorige –                                   chlorige –                                         Chlor –                                      Perchlorsäuren 


    ⇨  Man kann Säurestärke abschätzen: Je mehr mehr O-Atome an das Z-Atom jedoch nicht an H-Atom gebunden sind, desto die Säure:
     H-O-NO                       <           H-O-NO₂ 
     salpetrige Säure                       Salpetersäure


     (H-O-)₂SO                 <              (H-O-)₂SO₂
     schweflige Säure                      Schwefelsäure

  • 5.1.5 Induktiver Effekt

    5.1.5 Induktiver Effekt (I-Effekt)

    Ausschlaggebend: Elektronegativität (EN) der Substituenten (Atomgruppen, Atome die dranhängen). Dabei werden Elektronen über mehrere Bindungen angezogen oder „abgestoßen“.

    Reichweite: 3 benachbarte Bindungen.  


    (-I)-Effekt (sprich: „minus I Effekt“; „negativer I Effekt“).

     • Substituenten (Atomgruppen) mit höherer Elektronegativität (Bsp.: Halogene, Sauerstoff-Verbindungen,...)• „Elektronenziehend“:

    Ziehen Bindungselektronen zu sich

    Negativer induktiver Effekt


    Auswirkung: z.B. Erleichterte Abspaltung eines Protons; Alkohol kann als Säure reagieren. 


    (+I)-Effekt (sprich: „plus I Effekt“; positiver I Effekt)

    Elektropositiveren Substituenten (Bsp.: Alkylgruppen). Je mehr bzw. je länger die Alkylgruppe, umso stärker ist der +-I-Effekt. 

    „Elektronenschiebend“: 

    positiver induktiver Effekt

    Auswirkung: z.B. geringere Säurestärke 
    Keinen I-Effekt haben Wasserstoffatome.

    Auswirkung für das Experiment und Vergleich: Ethanol + Natrium und Wasser + Natrium

    Bei diesem Experiment (siehe Seite zuvor) kommt es zu einer heftigeren Reaktion, wenn das Proton (vom Wasser oder Alkohol) leicht abgespalten wird. Je leichter es abgespalten wird, umso stärker ist ja auch seine Säure-Wirkung. Da Wasser keinen positiven induktiven Effekt hat (hat ja auch keine Alkylgruppe), reagiert es heftiger als Ethanol (positiver induktiver Effekt durch Alkylgruppe). 

  • 5.1.6 Aminosäure sind Ampholyte

    5.1.6 Aminosäure sind Ampholyte

    Aminosäuren können sowohl als Brønsted-Säuren als auch als Brønsted-Basen reagieren.

     05-01-06-ta-aminsaeuren-als-amphlyte


    Die hinzugefügten Oxonium- und Hydroxid-Ionen werden abgefangen. Der pH-Wert verändert sich kaum. Aminosäuren besitzen Pufferwirkung.

    1. Wendepunkt

    05-01-06-ta-erster-wendepunkt

    50 %                                                  50 %
                                  pKS1 = 2,34

    Für jede Aminosäure gibt es einen pH-Wert, bei dem sie im elektrischen Feld nicht wandert. Diesen pH-Wert bezeichnet man als isoelektrischen Punkt. Bei diesem Punkt liegen praktisch nur die Zwitterionen vor. Der isoelektrische Punkt bei Glycin liegt bei pH 6,0 (2. Wendepunkt).

    3. Wendepunkt

    05-01-06-ta-dritter-wendepunkt

    50 %                                             50 %
                             pKS2 = 9,77

    Titrationskurve von Glycin

     

  • 6 Chlorwasserstoff-Gas und Wasser

    6 Chlorwasserstoff-Gas und Wasser (Springbrunnen)

    Chlorwasserstoff: Summenformel HCl, polare Atombindung, Gas, stechender Geruch 

    Chlorwasserstoff: Lewis-Formel der polaren Bindung

    Wasser: Summenformel H₂O, polare Atombindung, Flüssigkeit, geruchslos

    Wasser: Lewis-Formel mit polaren Bindung

    a) Versuch:

    Springbrunnenversuch: Chlorwasserstoff-Gas und Wasser

    b) Beobachtung:
    Das Wasser „schießt“ bergauf in den Rundkolben. Die Indikatorfarbe schlägt nach rot/gelb um. Die rote wässrige Lösung ist geruchlos.

    c) Reaktionsgleichung – Struktur/Lewisformel:

    Theoretisch gibt es zwei Möglichkeiten, wie Wasser und Chlorwasserstoff reagieren können.

    1. Formuliere einmal diese zwei Möglichkeiten als Reaktionsgleichung mit Strukturformeln. 
    2. Entscheide, welche dieser beiden möglichen Reaktionen tatsächlich abläuft. Falls du nicht drauf kommst, gehe zurück zum Thema: Säure-Stärke 

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    1. Möglichkeit:

    Chlorwassserstoff reagiert mit Wasser unter Bildung von Oxonium-Ionen und Chlorid-Ion

    2. Möglichkeit:

    Chlorwasserstoff reagiert mit Wasser - zweite Möglichkeit

    Chlorwasserstoff ist die stärkere Säure, da Chlor ein größeres Atom ist, als Wasserstoff. Außerdem ist das Hydroxid-Ion ist eine sehr starke Base.

    {/sliders}

    Nachweis der gebildeten Ionen:

    • Leitfähigkeitsmessung
    • durch Elektrolyse: An der Anode (+-Pol) entsteht dabei Cl₂-Gas. Somit müssen in der verdünnten Salzsäure Chlorid-Ionen (Cl⁻-Ionen) vorliegen.

    Aufbau: Elektrolyse von Salzsäure

    • durch Indikator: Die Gelbfärbung bei Bromthymolblau zeigt Oxonium-Ionen (H₃O⁺) an. 

    Reaktionsgleichung Zusammenfassung

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    Chlorwassserstoff reagiert mit Wasser unter Bildung von Oxonium-Ionen und Chlorid-Ion

    Begründung:
    Chlor (vom Chlorwasserstoff) ist ein größeres Atom als Sauerstoff (vom Wasser). Deshalb ist Chlorwasserstoff eine stärkere Säure und gibt das Proton (H⁺) und Wasser nimmt das Proton auf.
    verdünnte Salzsäure enthält hydratisierte Oxonium- und Chlorid-Ionen und Wassermoleküle.

    Reaktionsgleichung: Chlorwasserstoff und Wasser reagieren zu Oxonium-Ion und Chlorid-Ion

    {/sliders}

    Verdünnte Salzsäure enthält hydratisierte Oxonium- und Chlorid-Ionen und Wassermoleküle.


    d) Protolyseschema

    Formuliere für diese Reaktion einmal das Protolyseschema: 

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    Protolyse-Schema: Chlorwasserstoff reagiert mit Wasser

    {/sliders}

    e) Erklärung:
    Chlorwasserstoff-Gas reagiert mit Wasser. Im Zylinder entsteht ein Unterdruck. Die Oxonium-Ionen färben den Universalindikator/Bromthymolblau rot/gelb.

     Salzsäure: = wässrige Lösung des Gases Chlorwasserstoff

     

    Wenn man sehr viel HCl-Gas in Wasser einleitet, reagieren nicht mehr alle HCl-Moleküle mit den H₂O-Molekülen. Diese HCl-Moleküle liegen „gelöst“ vor. Es ist so „rauchende“ bzw. konzentrierte Salzsäure entstanden.

      Leitfähigkeit Geruch Indikatorpapier Teilchen
    verdünnte Salzsäure + - rot H₂O, H₃O⁺, Cl⁻
    rauchende Salzsäure + + rot H₂O, H₃O⁺, Cl⁻, HCl
  • 9 Bildung von Calciumhydroxid

    9 Bildung von Calciumhydroxid aus Calciumoxid und Wasser

    a) Bildung von Calciumhydroxid („Löschen von gebranntem Kalk“)

    Hierfür wird in einem Experiment etwas Calcium(II)-Oxid in ein Reagenzglas gegeben und wenige Wasser zugetropft. 

    Experiment calciumoxid und wasser

    Beobachtung: Das Reagenzglas wird sehr heiß! Es ist also eine freiwillige, exotherme Reaktion. 

    Aufgabe: Formuliert die Reaktionsgleichung mit Hilfe von Strukturformeln (formuliert hierfür auch die Teilchen als Ionen). Zeichnet dann auch noch eine Protolyse-Schema für dies Reaktion mit den Teilchen, die bei dieser Reaktion beteiligt sind. 

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    Reaktionsgleichung - Kalklöschen = Calciumoxid und Wasser

    02 ta protolysen schema kalkloeschen

    {/sliders}

    b) Erhitzen von Calciumhydroxid

    Die oben genannte Reaktion kann man aber auch Umkehren. Da die Bildung von Calciumhydroxid freiwillige und exotherm verläuft muss die Umkehrung natürlich unter Zwang und endotherm (also Energie in Wärme muss in das System hingesteckt werden) verlaufen. 

    Aufgabe: Formuliert für die Umkehrung dieser Reaktion auch eine Reaktionsgleichung mit Hilfe von Strukturformeln und ein Protolyse-Schema. Wichtig für das Schema ist, dass die Säuren immer links stehen, die starke Säure oben links und die starke Base unten rechts. Außerdem zeigt der diagonale Pfeil an, ob eine Reaktion freiwillig ("bergab" = von oben nach unten) oder unfreiwillig ("bergauf" = von unten nach oben) verläuft. 

    {slider title="Lösung" open="false" class="icon"}

    02 ta erhitzen von calciumhydroxid

    02 ta protolysen schema erhitzen von calciumhydroxid 

    {/sliders}

  • Säure-Base-Reaktionen

    Säure-Base-Reaktionen (=Protolyse-Reaktionen)

    1 Reaktion von Chlorwasserstoffgas mit festem Natriumhydroxid

    2 Reaktion von Chlorwasserstoff-Gas mit Ammoniak-Gas

    3 Reaktion von festem Ammoniumchlorid und festem Natriumhydroxid

    4 Allgemeine Säure-Base-Definition nach Brønsted (1923)

    5 Stärke von Säuren und Basen

    6 Chlorwasserstoff-Gas und Wasser (Springbrunnen)

    7 Konzentration

    8 Neutralisationsreaktion

    9 Reaktion von verdünnter Salzsäure mit verdünnter Natronlauge

    10 Reaktion von Calciumoxid mit Wasser

    (x) Ammoniak-Gas + Wasser (Springbrunnen 2)

    11 Technisch wichtige Säuren

    11.1 Schwefelsäure

    11.2 Schweflige Säure