Was du auf dieser Seite lernst
Das Prinzip von Le Chatelier (1885) fasst alle Gleichgewichtsverschiebungen in einer einzigen Aussage zusammen: Ein System im Gleichgewicht weicht jedem von außen ausgeübten Zwang aus. Du lernst, wie du dieses Prinzip auf Konzentration, Temperatur und Druck anwendest – und warum ein Katalysator die Gleichgewichtslage nicht verändert.
Grundlagen aus diesem Kapitel
Das Prinzip von Le Chatelier verallgemeinert die Beobachtungen aus: → 2.10 Verschiebung des Gleichgewichts · → Merkmale des chemischen Gleichgewichts
2.11 Das Prinzip von Le Chatelier
Vgl. Arbeitsblatt (dort sind die Übungen und Beispiele sowie die Zusammenfassung nochmals genannt).
Zusammenfassung:
Ein Gleichgewicht kann durch verschiedene Einflüsse (Konzentration, Temperatur, Druck) gestört
werden. Diese Störung kann man als Zwang auf das Gleichgewicht deuten.
Prinzip vom Nachgeben vor dem Zwang – Le Chatelier (1885)
Jedes im Gleichgewicht befindliche System reagiert auf einen von außen ausgeübten Zwang so, dass es ihm ausweicht.
Anwendung des Prinzips – die drei Zwänge
Das Prinzip gilt für alle drei Arten von Eingriffen in ein Gleichgewichtssystem:
a) Konzentration als Zwang
Erhöht man die Konzentration eines Stoffs, weicht das System aus, indem es mehr von diesem Stoff verbraucht. Das GG verschiebt sich in Richtung der Reaktion, die den zugegebenen Stoff umsetzt.
Beispiel – Eisenrhodanid-GG:
FeCl3 + 3 NH4SCN ⇌
Fe(SCN)3 + 3 NH4Cl
ΔH < 0
Zugabe von FeCl3 (Zwang: mehr Fe3+) → GG weicht aus → mehr Hinreaktion → mehr Fe(SCN)3 (Lösung wird dunkler).
b) Temperatur als Zwang
Erhöht man die Temperatur (Zwang: mehr Energie), weicht das System aus, indem es Wärme aufnimmt – also die endotherme Reaktionsrichtung begünstigt. Senkt man die Temperatur, wird die exotherme Richtung begünstigt.
Beispiel – Eisenrhodanid-GG (ΔH < 0, Hinreaktion exotherm):
Erwärmen → Rückreaktion (endotherm) wird begünstigt → GG nach links → Lösung wird
heller.
c) Druck als Zwang
Erhöht man den Druck (Zwang: Volumenvergrößerung wird erzwungen), weicht das System aus, indem es Volumen verringert – also die Seite mit weniger Gasteilchen bevorzugt.
Beispiel – Ammoniaksynthese:
N2 + 3 H2 ⇌ 2 NH3
Links: 4 mol Gas · Rechts: 2 mol Gas
Druckerhöhung → GG weicht zur Seite mit weniger Gasteilchen aus → GG nach rechts → mehr
NH3. Mehr dazu:
→ 2.15 Ammoniaksynthese.
Wichtig: Katalysator und Gleichgewichtslage
Katalysator ≠ Gleichgewichtsverschiebung
Die Lage eines Gleichgewichts hängt nicht von einem Katalysator ab.
Ein Katalysator beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleich stark –
die Gleichgewichtslage bleibt daher unverändert.
Das Gleichgewicht stellt sich mit Katalysator jedoch schneller ein.
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
LE CHATELIER
Das System weicht jedem äußeren Zwang aus – es verschiebt das GG in die Richtung, die den Zwang vermindert.
KONZENTRATION
Mehr von Stoff X → GG verschiebt sich weg von X (X wird verbraucht). Weniger von X → GG verschiebt sich hin zu X (X wird nachgebildet).
TEMPERATUR
Mehr Wärme → endotherme Richtung begünstigt. Weniger Wärme → exotherme Richtung begünstigt.
KATALYSATOR
Kein Einfluss auf die Gleichgewichtslage – beschleunigt nur die Einstellung des Gleichgewichts.
Häufige Fragen – Prinzip von Le Chatelier
Was besagt das Prinzip von Le Chatelier?
Das Prinzip von Le Chatelier (1885) lautet: Jedes im Gleichgewicht befindliche System reagiert auf einen von außen ausgeübten Zwang so, dass es ihm ausweicht. Mit „Zwang" ist jede Störung gemeint, die die Gleichgewichtslage verändert – also eine Änderung von Konzentration, Temperatur oder Druck. Das System verschiebt sich dabei stets in die Richtung, die den Zwang abschwächt. Grundlagen dazu: → 2.10 Verschiebung des Gleichgewichts.
Wie wendet man Le Chatelier auf Konzentrationsänderungen an?
Wird die Konzentration eines Stoffs erhöht, verschiebt sich das GG in die Richtung, die diesen Stoff verbraucht – das System „weicht" der erhöhten Konzentration aus. Wird ein Stoff entnommen, verschiebt sich das GG in die Richtung, die ihn nachbildet. Beispiel: Beim Eisenrhodanid-GG führt Zugabe von FeCl3 zur Verschiebung nach rechts, weil Fe3+ verbraucht wird. Zugabe von NH4Cl (Produkt) verschiebt das GG nach links.
Warum beeinflusst ein Katalysator die Gleichgewichtslage nicht?
Ein Katalysator senkt die Aktivierungsenergie für Hin- und Rückreaktion gleich stark. Da beide Reaktionsrichtungen gleichermaßen beschleunigt werden, ändert sich das Verhältnis der Reaktionsgeschwindigkeiten nicht – und damit auch nicht die Gleichgewichtslage. Der einzige Effekt eines Katalysators ist, dass das Gleichgewicht schneller erreicht wird. Dieses Prinzip ist technisch wichtig, z. B. beim Eisen-Katalysator der Ammoniaksynthese.
Wie hängen Le Chatelier und die Ammoniaksynthese zusammen?
Die Ammoniaksynthese (N2 + 3 H2 ⇌ 2 NH3, ΔH < 0) ist ein klassisches Anwendungsbeispiel: Nach Le Chatelier begünstigt hoher Druck die Produktseite (2 mol Gas statt 4 mol), tiefe Temperatur begünstigt die exotherme Hinreaktion, und kontinuierliche NH3-Entnahme (offenes System) verschiebt das GG dauerhaft nach rechts. In der industriellen Praxis wird trotzdem erhöhte Temperatur verwendet – ein Katalysator ermöglicht dabei akzeptable Reaktionsgeschwindigkeiten. Mehr dazu: → 2.15 Ammoniaksynthese.
Wie wirkt Druckerhöhung auf ein Gleichgewicht ohne Gasphase?
Bei Reaktionen ohne Gasphase (rein flüssige oder rein feste Systeme) hat Druckerhöhung praktisch keinen Einfluss auf die Gleichgewichtslage, da Flüssigkeiten und Festkörper nahezu inkompressibel sind. Le Chatelier's Druckregel gilt daher vorrangig für Gleichgewichte, bei denen mindestens eine Gaskomponente beteiligt ist – oder wenn Gasmolzahl-Unterschiede zwischen Edukt- und Produktseite bestehen. Sonderfall: H2O (s) ⇌ H2O (l) – hier führt Druck zur Verflüssigung, weil Eis eine geringere Dichte als Wasser hat (Volumenabnahme durch Schmelzen).
Lernkarten – Prinzip von Le Chatelier
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Formuliere das Prinzip von Le Chatelier in einem Satz.
Jedes im Gleichgewicht befindliche System reagiert auf einen von außen ausgeübten Zwang so, dass es ihm ausweicht.
A + B ⇌ C + D (ΔH > 0). Man erhöht die Temperatur. Wohin verschiebt sich das GG – und warum?
Nach rechts: ΔH > 0 → Hinreaktion ist endotherm. Das System weicht dem Temperatur-Zwang aus, indem es Wärme aufnimmt → endotherme Richtung wird begünstigt.
Warum verändert ein Katalysator die Gleichgewichtslage nicht?
Er beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleich stark → das Verhältnis der Reaktionsgeschwindigkeiten bleibt gleich → Gleichgewichtslage unverändert. Das GG stellt sich nur schneller ein.
N2 + 3 H2 ⇌ 2 NH3. Welche Le-Chatelier-Maßnahmen erhöhen die NH3-Ausbeute?
① Hoher Druck (4 mol → 2 mol Gas, Volumenabnahme) ② Tiefe Temperatur (exotherme Hinreaktion wird begünstigt) ③ NH3 entfernen (offenes System, GG verschiebt nach rechts)
Rechenaufgabe: A + B ⇌ 2 C + D. Im GG: Kc = 4,0. Man entnimmt C, sodass [C] halbiert wird. In welche Richtung verschiebt sich das GG nach Le Chatelier – und was passiert mit Kc?
GG verschiebt sich nach rechts (Zwang: weniger C → System bildet C nach). Kc bleibt unverändert (4,0) – Kc ist nur temperaturabhängig, nicht konzentrationsabhängig. Es ändert sich nur die Gleichgewichtslage bis Kc wieder erreicht ist.
Weiter im Kapitel Gleichgewichtsreaktionen
← 2.10 Verschiebung des Gleichgewichts → 2.12 Massenwirkungsgesetz
→ 2.15 Ammoniaksynthese → 2.14 Berechnungen zum MWG
🔁 Grundlagen: Merkmale des chemischen GG · Kollisionsmodell · 2.9 Benzoesäure-GG
Was du auf dieser Seite lernst
Ein chemisches Gleichgewicht ist nicht unveränderlich: Konzentration, Temperatur und Druck können es verschieben. Du lernst an konkreten Beispielen – dem Eisenrhodanid-Gleichgewicht und dem Chlorethan-Versuch – wie und warum sich die Gleichgewichtslage ändert.
Grundlagen aus diesem Kapitel
Diese Seite baut auf den Grundlagen des chemischen Gleichgewichts auf: → Merkmale eines chemischen Gleichgewichts · → Kollisionsmodell · → Benzoesäure-Gleichgewicht
2.10 Verschiebung des Gleichgewichts
Die Lage des Gleichgewichts ergibt sich aus dem Zusammenwirken von Hinreaktion und Rückreaktion. Das Gleichgewicht verschiebt sich, wenn beide Reaktionen verschieden stark geändert werden.
Das ist häufig der Fall bei einer Änderung von
- Konzentration (Konzentration = Stoffmenge / Volumen)
- Temperatur
- Druck
2.10.1 Änderung der Konzentration und Temperatur
α) Einmaliger Zusatz von Stoff D
Es erfolgen mehr Rückreaktionen (Wichtig, das über das Kollisionsmodell zu verstehen: durch mehr
Teilchen wird häufiger ein Zusammenstoß zwischen C und D erfolgen); dadurch stellt sich ein neues
Gleichgewicht ein. Man sagt: „Das GG wird nach links verschoben."
Roter Pfeil: Zugabe von Stoff D → Stoff D kollidiert häufiger mit C und reagiert. Dadurch werden es etwas weniger Stoffe C und D (blaue Pfeile auf der Produktseite); gleichzeitig entstehen etwas mehr Stoffe A und B. Bitte immer daran denken: Bei einem Gleichgewicht gibt es immer alle Stoffe – hier also A, B, C und D gleichzeitig! Man kann sich das schnell veranschaulichen, wenn man bei einer Reaktionsgleichung die Pfeile einzeichnet.
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✕
β) Einmalige Wegnahme von Stoff D
Jetzt seid ihr dran: Wie ändert sich das Gleichgewicht, wenn man einmalig den Stoff D wegnimmt? Macht eine analoge Reaktionsgleichung mit Pfeilen wie oben.
Lösung: Wegnahme von Stoff D
Es erfolgen mehr Hinreaktionen; dadurch stellt sich ein neues Gleichgewicht ein. Man sagt: „Das GG wird nach rechts verschoben."
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γ) Dauernde Wegnahme von Stoff D (z. B. als Gas)
Wie ändert sich das Gleichgewicht bei dauerhafter Wegnahme, wenn der entstehende Stoff D permanent aus dem System verdampft?
Lösung: Dauernde Wegnahme – offenes System
In einem offenen System kann sich kein Gleichgewicht einstellen; die Reaktion läuft vollständig ab.
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Eisenrhodanid-Gleichgewicht
Vergleich dazu Arbeitsblatt zum Experiment.
Vereinfachte Reaktionsgleichung:
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a) Das 1. Reagenzglas bleibt unverändert und dient zum Vergleich!
b) Ein Spatellöffel NH4Cl (Ammoniumchlorid) wird in Reagenzglas 2
gegeben.
Beobachtung: Die Lösung wird heller.
Wie kann man das mithilfe der Verschiebung des Gleichgewichts deuten?
Lösung: Zugabe von NH₄Cl
Deutung: Das Gleichgewicht wird nach links verschoben. Die Konzentration des Produkts NH4Cl wird erhöht → mehr Rückreaktionen → weniger Fe(SCN)3 → Lösung entfärbt sich (wird heller).
c) Eine Spatelspitze FeCl3 (Eisenchlorid) wird in Reagenzglas 3 gegeben.
Nenne die mögliche Beobachtung und Deutung:
Lösung: Zugabe von FeCl₃
Beobachtung: Die Lösung wird dunkelrot.
Deutung: Das Gleichgewicht wird nach rechts verschoben. Die Konzentration
des Edukts Fe3+ wird erhöht → mehr Hinreaktionen → mehr Fe(SCN)3
→ Lösung wird dunkler.
d) Ein Spatellöffel NH4SCN (Ammoniumrhodanid = Ammoniumthiocyanat) wird in Reagenzglas 4 gegeben.
Lösung: Zugabe von NH₄SCN
Beobachtung: Die Lösung wird dunkelrot.
Deutung: Das Gleichgewicht wird nach rechts verschoben. Die Konzentration
des Edukts SCN− wird erhöht → mehr Hinreaktionen → mehr Fe(SCN)3.
Ergebnis (Konzentration): Konzentrationserhöhung eines Reaktionspartners begünstigt die Reaktion, die diesen Stoff verbraucht.
e) Reagenzglas 5 wird in heißes Wasser gestellt.
Beobachtung: Die Lösung wird heller.
Lösung: Temperaturerhöhung (heißes Wasser)
Deutung: Das Gleichgewicht wird nach links verschoben. Temperaturerhöhung begünstigt die endotherme Reaktion (die Rückreaktion). Da ΔH < 0 für die Hinreaktion, ist die Rückreaktion endotherm → weniger Fe(SCN)3 → Lösung wird heller.
f) Reagenzglas 6 wird in Eiswasser gestellt.
Überlegt, was jetzt die Beobachtung sein könnte:
Lösung: Temperaturerniedrigung (Eiswasser)
Beobachtung: Die Lösung wird dunkler.
Deutung: Das Gleichgewicht wird nach rechts verschoben.
Temperaturerniedrigung begünstigt die exotherme Reaktion (die Hinreaktion) → mehr
Fe(SCN)3 → Lösung wird dunkler.
Ergebnis (Temperatur):
• Temperaturerhöhung begünstigt die endotherme Reaktion.
• Temperaturerniedrigung begünstigt die exotherme Reaktion.
b) Weiteres Beispiel
H2O (l) ⇌ H2O (g) ΔH = +41 kJ
flüssig gasförmig
Temperaturerhöhung → mehr Wasser verdampft (endotherme Reaktion wird begünstigt).
2.10.2 Änderung des Drucks
a) Chlorethandampf – Chlorethanflüssigkeit (Kältespray; genau: Monochlorethan)
C2H5Cl (g) ⇌ C2H5Cl (l)
α) Bei Druckerhöhung bilden sich im Kolbenprober Chlorethantröpfchen:
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β) Bei Druckerniedrigung verschwinden die Chlorethantröpfchen wieder:
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Ergebnis (Druck): Druckerhöhung begünstigt die Reaktion mit Volumenabnahme.
b) Weiteres Beispiel
H2O (s) ⇌ H2O (l)
fest (solid) flüssig (liquid)
Druckerhöhung verschiebt das Gleichgewicht nach rechts: Wasser wird flüssig.
Grund: Flüssiges Wasser hat eine größere Dichte (kleineres Volumen) als Eis – deshalb schwimmt
Eis auf Wasser.
FeCl3 + 3 NH4SCN ⇌ Fe(SCN)3 + 3 NH4Cl ΔH < 0
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
KONZENTRATION
Konzentrationserhöhung eines Stoffs begünstigt die Reaktion, die diesen Stoff verbraucht.
TEMPERATUR
Temperaturerhöhung begünstigt die endotherme, Kühlung die exotherme Reaktionsrichtung.
DRUCK
Druckerhöhung begünstigt die Reaktionsrichtung mit Volumenabnahme (weniger Gasteilchen).
OFFENES SYSTEM
Wird ein Produkt dauerhaft entfernt, kann sich kein Gleichgewicht einstellen – die Reaktion läuft vollständig ab.
Häufige Fragen – Verschiebung des Gleichgewichts
Was bedeutet es, dass ein Gleichgewicht „verschoben" wird?
Ein chemisches Gleichgewicht liegt vor, wenn Hin- und Rückreaktion gleich schnell ablaufen. Greift man von außen ein – z. B. durch Zugabe eines Stoffs – laufen beide Reaktionen vorübergehend unterschiedlich schnell. Bis sich ein neues Gleichgewicht einstellt, überwiegt eine der beiden Richtungen. Man sagt: Das Gleichgewicht wird nach links oder rechts verschoben. Mehr zu den Grundlagen: → Merkmale des chemischen Gleichgewichts.
Wie wirkt die Zugabe eines Reaktionspartners auf das Gleichgewicht?
Wird die Konzentration eines Stoffs erhöht, begünstigt das die Reaktionsrichtung, die diesen Stoff verbraucht. Erklärt wird das über das Kollisionsmodell: Mehr Teilchen bedeutet häufigere Zusammenstöße in der entsprechenden Reaktionsrichtung. Beispiel: Gibt man zum Eisenrhodanid-Gleichgewicht FeCl3 zu, steigt die Fe3+-Konzentration → das GG verschiebt sich nach rechts → Lösung wird dunkler.
Warum läuft eine Reaktion im offenen System vollständig ab?
Im offenen System werden Produkte permanent aus dem Reaktionsgemisch entfernt (z. B. durch Verdampfen). Dadurch kann die Rückreaktion nicht stattfinden – denn sie benötigt die Produkte als Edukte. Das Gleichgewicht wird so weit nach rechts verschoben, bis alle Edukte verbraucht sind. Dieses Prinzip ist z. B. in der Ammoniaksynthese technisch genutzt.
Warum verschiebt Erhitzen des Eisenrhodanid-Gleichgewichts die Lage nach links?
Die Hinreaktion des Eisenrhodanid-Gleichgewichts ist exotherm (ΔH < 0). Die Rückreaktion ist damit endotherm. Temperaturerhöhung begünstigt die endotherme Reaktionsrichtung – also die Rückreaktion. Infolgedessen zerfällt mehr Fe(SCN)3, und die rote Farbe verblasst. Umgekehrt: Kühlung (Eiswasser) begünstigt die exotherme Hinreaktion → Lösung wird dunkler.
Wie beeinflusst Druck ein Gleichgewicht zwischen Gasen?
Druckerhöhung begünstigt die Seite mit dem kleineren Volumen (weniger Gasteilchen). Beim Chlorethan-Gleichgewicht C2H5Cl (g) ⇌ C2H5Cl (l) bedeutet Druckerhöhung, dass mehr Dampf kondensiert (Flüssigkeit nimmt weniger Volumen ein). Bei Gasen mit unterschiedlicher Molzahl auf beiden Seiten (z. B. der Ammoniaksynthese: N2 + 3 H2 ⇌ 2 NH3) begünstigt Druck die Seite mit weniger Gasteilchen (hier die Produktseite mit 2 mol statt 4 mol).
Lernkarten – Verschiebung des Gleichgewichts
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Was passiert beim einmaligen Zusatz von Stoff D zum Gleichgewicht A + B ⇌ C + D?
Das GG verschiebt sich nach links: Mehr Kollisionen zwischen C und D führen zu mehr Rückreaktionen. A und B nehmen zu, C und D (abzüglich Zugabe) nehmen ab.
Was passiert, wenn ein Produkt im offenen System dauerhaft entfernt wird?
Die Rückreaktion kann nicht mehr stattfinden. Das GG wird so weit nach rechts verschoben, bis alle Edukte verbraucht sind – die Reaktion läuft vollständig ab.
Das Eisenrhodanid-GG (ΔH < 0). Was beobachtet man beim Erwärmen – und warum?
Lösung wird heller: Temperaturerhöhung begünstigt die endotherme Rückreaktion → GG verschiebt sich nach links → weniger Fe(SCN)3.
Was beobachtet man beim Druckerhöhen im Chlorethan-Kolbenprober – und warum?
Es entstehen Chlorethantröpfchen: Druckerhöhung begünstigt die Reaktionsrichtung mit Volumenabnahme → Gas kondensiert zu Flüssigkeit.
Zusammenfassung: Nenne alle Maßnahmen, die das exotherme Eisenrhodanid-GG nach rechts verschieben, und erkläre jeweils warum.
① Fe³⁺ oder SCN⁻ zugeben (Edukt-Konzentration ↑) · ② NH₄Cl entfernen (Produkt-Konzentration ↓) · ③ Abkühlen (exotherme Hinreaktion wird begünstigt) – in allen Fällen: mehr Fe(SCN)3, Lösung wird dunkler.
Weiter im Kapitel Gleichgewichtsreaktionen
← 2.9 Benzoesäure-Gleichgewicht → 2.11 Prinzip von Le Chatelier
→ 2.12 Massenwirkungsgesetz → 2.15 Ammoniaksynthese
🔁 Grundlagen: Merkmale des chemischen GG · Kollisionsmodell
Was du auf dieser Seite lernst
Am Beispiel der Benzoesäure lernst du, wie chemische Gleichgewichte in der Säure-Base-Chemie konkret aussehen. Du verstehst, warum schwache Säuren nicht vollständig reagieren, warum Benzoesäure sich kaum in Wasser löst – und wie die Zugabe einer starken Base oder starken Säure das Gleichgewicht vollständig auf eine Seite verschiebt.
Grundlagen aus der 9. Klasse
Die Grundlagen zu Säure-Base-Reaktionen hast du bereits in der 9. Klasse kennengelernt: → Säure-Base-Definition nach Brønsted (Kl. 9) · → Stärke von Säuren und Basen (Kl. 9)
2.8 Allgemeines Zahlenbeispiel
| A | + | B | ⇌ | C | + | D | |
| Vorher | 1000 | 1000 | 0 | 0 | |||
| Nachher | 1000 − X | 1000 − X | X | X | |||
| z.B. im GG | 800 | 800 | 200 | 200 |
2.9 Säure-Base-Reaktionen mit Benzoesäure
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✕
a) Benzoesäure + Wasser
Man gibt feste Benzoesäure in Wasser. Dabei beobachtet man, dass die Benzoesäure als weiße Substanz oben auf dem Wasser schwimmt. Auch mit Schütteln löst sie sich nicht auf.
Frage: Warum löst sich Benzoesäure nicht in Wasser? Dafür muss man sich einmal Benzoesäure anschauen (Hinweis: Benzoesäure ist noch vereinfacht „falsch" geschrieben, da wir die Aromaten erst später genauer betrachten).
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✕Erklärt, warum Benzoesäure nur schlecht in Wasser löslich ist!
Lösung: Löslichkeit der Benzoesäure
Bei Benzoesäure ist ein großer Teil unpolar (der Benzolring). Der polare Teil (die –COOH-Gruppe) ist kleiner. Die Benzoesäure kann zwar mit Wasser H-Brücken ausbilden, aber der große unpolare Rest sorgt für eine schlechte Löslichkeit.
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Hinweis: Ähnliches löst sich in Ähnlichem.
Zusammenfassung Beobachtung: wenig löslich in Wasser; die Lösung reagiert schwach sauer.
Formuliert die Reaktionsgleichung für die Reaktion von Benzoesäure mit Wasser mit bindenden und nichtbindenden Elektronenpaaren (Hinweis: Benzoesäure ist jetzt schon etwas vereinfacht geschrieben, indem die H-Atome am Ring weggelassen wurden).
Lösung: Reaktionsgleichung Benzoesäure + Wasser
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Es findet nur eine schwache Reaktion mit H2O statt. Es reagieren nur wenige Benzoesäuremoleküle. Das Gleichgewicht liegt links.
b) Benzoesäure + Natronlauge (Neutralisation)
Man gibt vorsichtig Natronlauge zu und schüttelt die Lösung, bis die Benzoesäure vollständig
aufgelöst ist.
Beobachtung: Es entsteht eine klare Lösung.
Formuliert hierfür auch wieder eine Reaktionsgleichung mit bindenden und nichtbindenden Elektronenpaaren.
✕
Die Benzoesäuremoleküle reagieren praktisch vollständig (das Gleichgewicht liegt weit auf der rechten Seite).
c) Gelöstes Natriumbenzoat + verd. Salzsäure
Die klare Natriumbenzoat-Lösung wird mit verdünnter Salzsäure versetzt.
Beobachtung: Die klare Lösung wird trübe. Eine weiße, pulverartige Substanz
schwimmt wieder auf der Oberfläche.
Feste Benzoesäure scheidet sich ab; die Benzoat-Anionen reagieren praktisch vollständig.
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
SCHWACHE SÄURE
Benzoesäure ist eine schwache Säure: das Gleichgewicht mit Wasser liegt links – es reagieren nur wenige Moleküle.
LÖSLICHKEIT
Der große unpolare Benzolring überwiegt die polare –COOH-Gruppe: Benzoesäure ist deshalb wenig wasserlöslich.
STARKE BASE
Natronlauge (starke Base) lässt Benzoesäure vollständig reagieren → klare Natriumbenzoat-Lösung entsteht.
STARKE SÄURE
Salzsäure (starke Säure) verdrängt Benzoesäure aus dem Benzoat-Salz → weißer Feststoff fällt wieder aus.
Häufige Fragen – Benzoesäure-Gleichgewicht
Warum löst sich Benzoesäure kaum in Wasser?
Benzoesäure besteht aus einem großen unpolaren Benzolring und einer kleineren polaren Carboxylgruppe (–COOH). Da „Ähnliches Ähnliches löst", ist der unpolare Anteil so dominant, dass die Wasserlöslichkeit sehr gering bleibt – obwohl die –COOH-Gruppe H-Brücken zu Wasser ausbilden kann. Mehr zur Struktur von Benzol und seinen Derivaten: → Aromaten (Kursstufe).
Warum liegt das Gleichgewicht von Benzoesäure + Wasser auf der linken Seite?
Benzoesäure ist eine schwache Säure: Sie gibt Protonen nur in geringem Umfang an Wasser ab. Im Gleichgewicht überwiegen daher die Edukte (undissoziierte Benzoesäure + Wasser) gegenüber den Produkten (Benzoat-Ion + Hydronium-Ion). Man sagt: das Gleichgewicht liegt links. Ein kleiner Kc-Wert (Ks ≈ 6,3 · 10−5) bestätigt das. Grundlagen zur Gleichgewichtslage: → Merkmale eines chemischen Gleichgewichts.
Was geschieht, wenn man Benzoesäure mit Natronlauge versetzt?
Natronlauge enthält OH−-Ionen (eine starke Base). Diese reagieren mit der Benzoesäure vollständig zu Natriumbenzoat (C6H5COO− Na+) und Wasser. Das Benzoat-Ion ist gut wasserlöslich → die zuvor trübe Suspension wird klar. Diese vollständige Reaktion ist möglich, weil NaOH eine viel stärkere Base ist als Wasser. Verwandte Grundlagen: → Neutralisation (Kl. 9).
Was passiert beim Ansäuern von Natriumbenzoat-Lösung mit Salzsäure?
Salzsäure (HCl) ist eine starke Säure und gibt bereitwillig Protonen an das Benzoat-Ion ab. Dabei wird Benzoesäure zurückgebildet, die sich wegen ihrer geringen Wasserlöslichkeit sofort als weißer Feststoff abscheidet (Lösung wird trüb). Stärkere Säuren verdrängen schwächere Säuren aus ihren Salzen – ein direktes Anwendungsbeispiel des Stärke-Prinzips von Säuren und Basen (Kl. 9).
Wie berechnet man Kc für das allgemeine Zahlenbeispiel A + B ⇌ C + D?
Im Zahlenbeispiel liegen im Gleichgewicht vor: A = 800, B = 800, C = 200, D = 200 (gleiche Einheit, z. B. mmol/L). Das Massenwirkungsgesetz ergibt:
Kc = [C] · [D] / ([A] · [B]) = 200 · 200 / (800 · 800) = 40.000 / 640.000 ≈ 0,0625
Ein Kc < 1 zeigt: die Edukte überwiegen im Gleichgewicht (Gleichgewicht liegt links). Mehr dazu: → Massenwirkungsgesetz (MWG).
Lernkarten – Benzoesäure-Gleichgewicht
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Was versteht man unter einer schwachen Säure – und wo liegt ihr Gleichgewicht?
Eine schwache Säure gibt Protonen nur in geringem Umfang ab. Das Gleichgewicht liegt auf der Seite der Edukte (undissoziierte Säure überwiegt). Ks ist klein (≪ 1).
Warum ist Benzoesäure nur wenig in Wasser löslich?
Der große unpolare Benzolring überwiegt die polare –COOH-Gruppe. Da ähnliches ähnliches löst, bleibt Benzoesäure in Wasser weitgehend unlöslich.
Was beobachtet man beim Zugeben von Natronlauge zur Benzoesäure-Suspension?
Die trübe Suspension wird klar. Benzoesäure reagiert vollständig mit OH− zu gut löslichem Natriumbenzoat. Die starke Base verschiebt das Gleichgewicht vollständig nach rechts.
Was passiert, wenn man Natriumbenzoat-Lösung mit verdünnter Salzsäure ansäuert?
Die klare Lösung wird trübe: Benzoesäure wird zurückgebildet und fällt als weißer Feststoff aus. HCl (starke Säure) verdrängt Benzoesäure (schwache Säure) aus ihrem Salz.
Rechenaufgabe: A + B ⇌ C + D. Im GG: [A] = [B] = 0,80 mol/L, [C] = [D] = 0,20 mol/L. Berechne Kc und gib die Gleichgewichtslage an.
Kc = (0,20 · 0,20) / (0,80 · 0,80) = 0,04 / 0,64 ≈ 0,0625
Kc < 1 → Gleichgewicht liegt links (Edukte überwiegen).
Weiter im Kapitel Gleichgewichtsreaktionen
← 2.6/2.7 Schreibweise und Kollisionsmodell → 2.10 Verschiebung des Gleichgewichts
← 2.5 Estergleichgewicht → 2.12 Massenwirkungsgesetz
🔁 Grundlagen: Brønsted-Definition (Kl. 9) · Stärke von Säuren und Basen (Kl. 9) · Neutralisation (Kl. 9)
🔗 Weiterführend: Aromaten – Benzol und Derivate (Kursstufe) · Autoprotolyse und pH-Wert (Kursstufe)
Was du auf dieser Seite lernst
Du lernst, wie man die Lage eines Gleichgewichts mit verschieden langen Pfeilen sichtbar macht. Das Kollisionsmodell erklärt, warum die Reaktionsgeschwindigkeit vom Produkt der Konzentrationen abhängt – und warum ein Katalysator zwar schneller zum Gleichgewicht führt, es aber nicht verschiebt.
Grundlagen aus diesem Kapitel
Die Merkmale des dynamischen Gleichgewichts: → Merkmale eines chemischen Gleichgewichts · Konkret am Beispiel des Estergleichgewichts: → Estergleichgewicht
2.6 Schreibweise für Gleichgewichtsreaktionen
Die Lage des Gleichgewichts lässt sich durch unterschiedlich lange Gleichgewichtspfeile visualisieren. Am Beispiel des Estergleichgewichts (S = Säure, A = Alkohol, E = Ester, W = Wasser):
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Merksatz – Pfeilnotation
- Gleich lange Pfeile (⇌): Gleichgewicht liegt in der Mitte – ähnlich viele Edukte wie Produkte.
- Längerer Pfeil nach rechts (⟹): Gleichgewicht liegt auf der Produktseite – Produkte überwiegen.
- Längerer Pfeil nach links (⟸): Gleichgewicht liegt auf der Eduktseite – Edukte überwiegen.
2.7 Kollisionsmodell und Reaktionsgeschwindigkeit
Das Kollisionsmodell erklärt, warum die Reaktionsgeschwindigkeit vom Produkt der Konzentrationen der Reaktionspartner abhängt. Entscheidend ist die Anzahl der möglichen Zusammenstöße (Treffermöglichkeiten) zwischen Edukt-Teilchen:
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Das Kollisionsmodell liefert die Grundlage für das Massenwirkungsgesetz: Die Geschwindigkeit der Hinreaktion ist proportional zum Produkt der Edukt-Konzentrationen, die der Rückreaktion proportional zum Produkt der Produkt-Konzentrationen.
Aktivierungsenergie und Katalysator
Das Energiediagramm zeigt, wie ein Katalysator die Aktivierungsenergie senkt und damit die Reaktion beschleunigt:
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Wichtiger Hinweis zum Katalysator: Ein Katalysator senkt die Aktivierungsenergie für Hin- und Rückreaktion gleichermaßen. Er beschleunigt das Erreichen des Gleichgewichts – verschiebt es aber nicht. Die Lage des Gleichgewichts (Kc-Wert) bleibt durch einen Katalysator unverändert.
Auf einen Blick – die wichtigsten Aussagen
Pfeilnotation
Die Länge der Gleichgewichtspfeile zeigt die Lage des Gleichgewichts: Längerer Pfeil = bevorzugte Reaktionsrichtung.
Kollisionsmodell
Treffermöglichkeiten = n(A) · n(B). Verdoppelt man beide Konzentrationen, vervierfacht sich die Reaktionsrate (2·2 = 4).
Aktivierungsenergie
Ein Katalysator senkt die Aktivierungsenergie über ein energieärmeres Zwischenprodukt (AK). Die Reaktionsenthalpie ΔH bleibt unverändert.
Katalysator ≠ Verschiebung
Ein Katalysator beschleunigt Hin- und Rückreaktion gleichermaßen. Er bringt das System schneller ins Gleichgewicht – verschiebt es aber nicht.
Häufige Fragen – Schreibweise und Kollisionsmodell
Was bedeutet es, wenn ein Gleichgewichtspfeil länger ist als der andere?
Ein längerer Pfeil zeigt die bevorzugte Reaktionsrichtung an. Zeigt der längere Pfeil nach rechts (→⇌), liegt das Gleichgewicht auf der Produktseite – es bilden sich mehr Produkte als Edukte. Zeigt er nach links (⇌←), überwiegen die Edukte. Gleich lange Pfeile (⇌) bedeuten: ähnlich viele Edukte und Produkte im Gleichgewicht. Das genaue Verhältnis beschreibt der Kc-Wert.
Was besagt das Kollisionsmodell für Gleichgewichtsreaktionen?
Die Geschwindigkeit einer Reaktion hängt davon ab, wie oft sich Teilchen treffen und zusammenstoßen. Die Anzahl der Treffermöglichkeiten ist proportional zum Produkt der Teilchenzahlen (bzw. Konzentrationen) der Reaktionspartner: Wenn n(A) = 2 und n(B) = 2, gibt es 2 · 2 = 4 Treffermöglichkeiten. Bei n(A) = 3 und n(B) = 3 sind es 3 · 3 = 9. Dieses Prinzip bildet die Grundlage des Massenwirkungsgesetzes.
Was passiert mit der Reaktionsgeschwindigkeit, wenn man eine Konzentration verdoppelt?
Für die Reaktion A + B → Produkte gilt nach dem Kollisionsmodell: v ∝ [A] · [B]. Verdoppelt man nur [A] (von 1 auf 2), verdoppeln sich die Treffermöglichkeiten. Verdoppelt man beide Konzentrationen, vervierfachen sich die Treffermöglichkeiten (2 · 2 = 4). Die Reaktionsgeschwindigkeit steigt also quadratisch, wenn man beide Eduktkonzentrationen verdoppelt. Wichtig: Das gilt analog für die Rückreaktion mit den Produktkonzentrationen.
Wie wirkt ein Katalysator auf die Aktivierungsenergie – und warum verschiebt er das Gleichgewicht nicht?
Ein Katalysator bildet ein energieärmeres Zwischenprodukt (AK) mit einem der Reaktionspartner.
Dadurch ist die Aktivierungsenergie für die Hinreaktion und für die Rückreaktion
gleichermaßen kleiner. Beide Reaktionen werden schneller – aber im gleichen Verhältnis.
Da sich beide Geschwindigkeiten proportional ändern, bleibt das Gleichgewicht (Kc) unverändert.
Merksatz: Ein Katalysator verändert nicht, wo das Gleichgewicht liegt, sondern nur, wie schnell es erreicht wird.
Mehr zur Verschiebung des Gleichgewichts:
Prinzip von Le Chatelier.
Was ist der Unterschied zwischen Reaktionsenthalpie ΔH und Aktivierungsenergie EA?
Die Reaktionsenthalpie ΔH ist der Energieunterschied zwischen Edukten und Produkten – sie beschreibt, ob eine Reaktion exotherm (ΔH < 0) oder endotherm (ΔH > 0) ist. Die Aktivierungsenergie EA ist die Energiebarriere, die Teilchen überwinden müssen, damit die Reaktion überhaupt abläuft. Ein Katalysator senkt EA, ändert aber nicht ΔH. Die thermodynamischen Hintergründe zu ΔH findest du in der Energetik: Enthalpie H.
Lernkarten – Schreibweise und Kollisionsmodell
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Was zeigt ein längerer Pfeil auf der rechten Seite des Gleichgewichtspfeils (A ⇌⟹ B) an?
Das Gleichgewicht liegt auf der Produktseite. Es überwiegen die Produkte. Kc > 1.
Wie viele Treffermöglichkeiten gibt es bei 4 blauen und 4 roten Teilchen?
4 · 4 = 16 Treffermöglichkeiten. Allgemein: Treffermöglichkeiten = n(A) · n(B).
Erkläre: Warum ändert ein Katalysator die Lage des Gleichgewichts nicht?
Ein Katalysator senkt die Aktivierungsenergie für Hin- UND Rückreaktion gleichermaßen. Beide Geschwindigkeiten steigen im gleichen Verhältnis → Kc bleibt unverändert.
Was ändert ein Katalysator, was ändert er nicht?
Ändert: Aktivierungsenergie EA (senkt sie) · Reaktionsgeschwindigkeit (erhöht sie) · Zeit bis zum GG (verkürzt sie)
Ändert nicht: ΔH · Kc · Gleichgewichtslage
Bei 25 °C beträgt Kc für A ⇌ B = 9. Im GG gilt [A] = 0,3 mol/L. Berechne [B] und zeichne die passenden Gleichgewichtspfeile.
Kc = [B]/[A] = 9
[B] = 9 · 0,3 = 2,7 mol/L
Produkte überwiegen stark → längerer Pfeil rechts (A ⇌⟹ B)
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