5.3 Chemische Reaktionen von Alkohol, Alkanol (am Beispiel von Ethanol)
5.3.1 Bindungsverhältnisse
5.3.2 Ethanol und Natrium (Redoxreaktion)
Ein Thema, welches schon zuvor angesprochen wurde.
5.3.3 Verbrennung von Ethanol
Übung: Formuliere eine Reaktionsgleichung für die vollständige Verbrennung von Ethanol. Bestimme hierfür auch die Atome, die oxidiert und die reduziert wurden und begründe Deine Wahl.
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Oxidation = Erhöhung der Oxidationszahlen („e- Abgabe“) ⇨ C
Reduktion = Erniedrigung der Oxidationszahlen („e- Aufnahme“) ⇨O (nur der Luftsauerstoff)
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5.3.4 Reaktion von Ethanol mit Bromwasserstoffsäure
Im Mikroglasbaukasten werden 1ml Ethanol mit 4 ml HBr erhitzt. Das entstehende Produkt wird in Wasser eingeleitet. Das neue Produkt (Bromethan) besitzt eine größere Dichte als Wasser.
Ablauf der Reaktion:
1. Schritt: Protonierung
⇒ Säure-Base-Reaktion
2. Schritt: Nucleophile Substitution
Es handelt sich also um eine nucleophile Substitution, SN-Reaktion.
Substitution an Alkoholen laufen meist erst nach Protonierung ab! Ein Hydroxidion (OH⁻ ) ist stärker nucleophil und viel schwerer abzuspalten als ein Wassermolekül (schwach nucleophil).
5.2.6 Mehrwertige Alkohole
| Erlenmeyer-Regel: Die Erlenmeyer-Regel besagt, dass nicht mehr als eine Hydroxylgruppe an einem Kohlenstoffatom sitzen darf. Versucht man trotzdem zwei Hydroxylgruppen an ein Kohlenstoffatom zu binden, so spaltet sich Wasser ab und es bildet sich eine Carbonylverbindung. |
Aus Gründen der Erlenmeyer-Regel kann es z.B. kein 1,1-Di-Hydroxy-Methanol geben. Was passiert, wenn man es trotzdem versucht wird in einem späteren Kapitel erklärt.
Der einfachste mehrwertige Alkohol ist Ethandiol ("Glykol").
Aufgaben:
-
Zeichne Ethandiol als Strukturformel.
-
Sortiere Ethan, Ethanol, Ethandiol nach steigender Siedetemperatur und begründe Deine Wahl.
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1.
2. Siedetemperatur:
Ethan (Sdt.: - 88,5 °C): nur London-Kräfte
Ethanol (Sdt.: + 78,4 °C): DDW und H-Brücken
Ethandiol (Sdt.: +197,4 °C): DDW und noch mehr Möglichkeiten für H-Brücken
Info: Glykol (Ethandiol) ist eine dickflüssige (H-Brücken), giftige und süß schmeckende Flüssigkeit. Sie wird als Frostschutzmittel z.B. im Kühler von PKWs eingesetzt, weil eine Mischung von Ethandiol und Wasser die Erstarrungstemperatur herabsetzt: Grund: Störung der Kristallbildung durch Ausbildung von starken H-Brücken zwischen Ethandiol-Molekülen und Wasser.
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3. Zeichne Propantriol.
4. Beurteile die Löslichkeit von Propantriol in Wasser und n-Heptan (bzw. Benzin)
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3.
4. Propantriol ist stark hydrophil dank drei Hydroxy-Gruppen. Dadurch polar und kann H-Brücken ausbilden. Es löst sich sehr gut in Wasser und ist in n-Heptan (bzw. Benzin) unlöslich. Ich danke J.K. für das Auffinden des Fehlers.
Info: Propantriol ist ungiftig. Auch diese Flüssigkeit schmeckt süß und ist sehr viskos (noch mehr Hydroxy-Gruppen). Auch Glycerin ist ein Frostschutzmittel (selbst in Insekten) und wird auf Grund hygroskopischer Wirkung auch in Cremes, Zahnpasten und Tabak (Shisha-Tabak) zum Feuchthalten benutzt. In Fetten und Ölen ist es mit Fettsäuren verknüpft (siehe später).
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5. Zeichne Hexanhexol
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Info: Die ZMKs sind bei Hexanhexol (= "Sorbit") so groß, dass dieser Stoff schon bei Zimmertemperatur fest ist. Er kommt in der Natur in Früchten vor (Pflaumen, Eberesche, ...). Hexanhexol wird als Zuckeraustauschstoff benutzt.
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5.2.4 Primäre, sekundäre und tertiäre Alkohole
a) Bei primären Alkoholen ist das C-Atom, das die OH -Gruppe trägt, an höchstens ein weiters C-Atom gebunden.
Bsp.: Ethanol
b) Bei sekundären Alkoholen ist das C-Atom, das die OH -Gruppe trägt, an zwei weitere C-Atome gebunden.
Skizziert zunächst selbständig eine Strukturformel, für welches die Definition gilt:
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Bsp.: 2-Propanol
Die "zwei weiteren C-Atome" sind grün markiert.
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c) Bei tertiären Alkoholen ... (vervollständigt die Definition und zeichnet ein mögliches Molekül):
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...ist das OH-Gruppe tragende C-Atom an 3 weitere C-Atome gebunden.
Bsp.: 2-Methyl-2-propanol:
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5.2.5 Allgemeine Molekülformel der Alkohole (Alkanole)
CnH2n+1OH
Alle Alkohole enthalten die Hydroxygruppe (Hydroxylgruppe) als funktionelle Gruppe.
5.2 Homologe Reihe der Alkohole, Alkanole
Vgl. AB
Vervollständige die Tabelle:
| Name | Strukturformel | Summenformel | Schmelztemp. | Siedetemp. | Aggregatzustand |
Löslichkeit in Wasser |
Löslichkeit in Benzin |
| Methanol | - 96,9 °C | 64,5 °C | flüssig | ||||
| - 114,1 °C | 78,5 °C | flüssig | |||||
| - 126,5°C | 97,4 °C | flüssig | |||||
| - 89,5 °C | 117,3 °C | flüssig | |||||
| - 79,0 °C | 137,3 °C | flüssig | |||||
| ... | ... | ... | ... | ... | ... | ||
| Hexadecanol | 50,0 °C | 334,0 °C | fest |
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5.2.1 Alkohole bestehen aus zwei verschiedenen Gruppen:
Hydroxygruppe (früher Hydroxyl-Gruppe):
Sowohl vom positivierten Wasserstoff als auch vom negativierten Sauerstoff können Wasserstoffbrücken ausgehen (Hydrophiler Rest).
b) Alkylgruppe (bspw. "Methyl"):
Hier liegt kein positivierter Wasserstoff vor, es können sich keine Wasserstoffbrücken ausbilden (Hydrophober Rest).
5.2.2 Einige wichtige Alkohole
a) Methanol (Methylalkohol, „Holzgeist“): CH₃OH
Sdp.: + 65°C
Herstellung: Aus Methangas
Verwendung:
- Zur Synthese in der chemischen Industrie
- Frostschutzmittel
Nachweis: Grüne Flamme von Trimethylborat LE
b) Ethanol (Ethylalkohol, „Weingeist“): C₂H₅OH
Sdp.: + 78°C
c) Propanol (Propylalkohol) C₃H₇OH
- 1-Propanol oder n-Propanol
Sdp.: 97°C
- 2-Propanol oder Isopropanol
Sdp.: +82°C
Verwendung: u.a. Lösungsmittel
d) Butanol (Butylalkohol);C₄H₉OH
Es gibt vier isomere Verbindungen:
AA: zeichnet alle 4 Isomere und beschriftet sie nach der Genfer Nomenklatur
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I) 1-Butanol = Butan-1-ol: Sdp.: + 117°C
II) 2-Butanol: Sdp.: + 100°C
III) 2-Methyl-2-propanol = 2-Methyl-Propan-2-ol: + 83°C
IV) 2-Metyhl-1-propanol: + 108°C
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5.2.3 Löslichkeit von primären und unverzweigten Alkoholen
| Löslichkeit von... | in Wasser | in Benzin |
| Methanol | gut | wenig |
| Ethanol | gut | gut |
| 1-Propanol | gut | gut |
| 1-Butanol | wenig | gut |
| 1-Pentanol | wenig | gut |
Versuchsskizze: Methanol + Benzin
Merke: Je länger das Alkoholmolekül, desto ähnlicher den Alkanen (unähnlicher dem Wasser).
Allgemein gilt: „Ähnliches löst sich in Ähnlichem“
Niedere (kurzkettigere) Alkohole können Solvathüllen bilden deshalb Salze lösen (jedoch schlechter als Wasser!). Es gibt sogar feste Salze mit „Kristallalkohol“. (analog: Salze mit Hydratwasser).



