2.7 Anilin = Aminobenzol
Durch Reduktion von Nitrobenzol.

Neuerdings: Aus Phenol durch Reaktion mit Ammoniak (Ammonolyse)
Physikalische Eigenschaften
- Farblose, ölige Flüssigkeit
- Sdt: 184 °C
Chemische Eigenschaften
- Färbt sich an der Luft braun
- Lösung ist schwach alkalisch
Verwendung (BASF = Badische Anilin und Soda Fabrik)
Wichtiger Ausgangsstoff für Synthesen von Farbstoffen (Anilinfarben), Arzneimittel (Sulfonamide und Schmerzmittel) und Kunststoffe (Polyurethane).
Mesomere Grenzstrukturen

Reaktion mit Wasser
Anilin ist eine sehr schwache Base (pKB = 9,42), da sich das freie Elektronenpaar am Stickstoffatom an der Mesomerie der Doppelbindungselektronen im Ring beteiligt.

2.6 Phenole = Hydroxybenzole
Vorkommen:

2.6.1 Monohydroxybenzol = Phenol
a) Physikalische Eigenschaften
- Smp.: 40,9; Sdp.: 181,9 °C
- In Wasser nur mäßig löslich (bildet bei ZT eine Emulsion)
- Starkes Zellgift, durch Haut resorbiert
b) Chemische Eigenschaften
- Oxidiert an Luft leicht ⇨ rötliche Färbung
- Karbolsäure“: 2 %ige Säure; Desinfektion
- Im Gegensatz zu Ethanol sauer:
1. Phenol als schwache Säure
pKS = 9,95

Grenzformeln des Phenolations

| Phenol | Ethanol | |
| Säurestärke | höher | niedriger |
| Induktiver Effekt |
schwacher -I-Effekt ⇨ elektronenziehend ⇨ H⁺-Abgabe ist erleichtert |
+I-Effekt ⇨ Elektro-nenschiebend |
| Anion: Mesomeriestabilisiert | konjungierte Base (Phenolat): negative Ladung ist über den ganzen Ring delokalisiert ⇨ stabilisiert! | Keine Stabilisierung durch Mesomerien |
| Brønsted-Säure | stärker | schwächer |
| Brønsted-Base | schwächer | stärker |
2.6.3 Synthese
90% der Weltproduktion nach der Hock-Synthese
Wirtschaftliches Verfahren, da auch Aceton nutzbar ist.
siehe Heftaufschrieb
2.6.4 Verwendung
Herstellung von Kunststoffen (Polyamide, Phenoplasten, Phenolharzen und Polycarbonaten)
2.5.4 Friedel-Crafts-Alkylierung
Reaktion mit Alkylhalogeniden (im Beisein von AlCl₃ als Kat).

Beispiel wäre die Bildung von Toluol (Methylbenzol) aus Benzol und Monochlormethan in Gegenwart von Aluminiumchlorid.
Toluol: R- = H₃C-

Weitere Beispiele siehe Heftaufschrieb!
2.5 Benzolderivate durch elektrophile Substitution (SE-Reaktion)
2.5.1 Bildung von Brombenzol
Reaktion von Brom mit Benzol; AlBr₃ oder Eisen(III)-Bromid als Katalysator ist für diese Reaktion notwendig.
Reaktionsgleichung:

Benzol Brom Brombenzol Bromwasserstoff
Reaktions-Mechanismus:

Merke: Die elektrophile Substitution ist eine typische Reaktion der Aromaten.
Das bei einer Addition entstehende Dibromcyclohexadienmolekül ist wesentlich energiereicher, da es keine delokalisierte Ringelektronen mehr hat.
2.5.2 Nitrierung von Benzol zu Nitrobenzol
Ablauf wie unter 2.5.1
a) Bildung des elektrophilen Teilchens
„Nitriersäure“: Gemisch aus konz. Schwefelsäure und konz. Salpetersäure.

b) Elektrophile Substitution

c) Eigenschaften von Nitrobenzol
sehr giftig, nach Bittermandelöl (Marzipan) riechend
d) Verwendung
Ausgangstoff für weitere Stoffe (z.B. Anilin)
Info:

2.5.3 Sulfonierung von Benzol
Mit rauchender Schwefelsäure (konz. Schwefelsäure, die noch SO₃ enthält).

Reaktionsmechanismus:

Benzolsulfonsäure
Verwendung:
Waschsubstanz

